Landesbanken: Milliardenverlust bei der HSH Nordbank absehbar

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Milliardenverlust bei der HSH Nordbank absehbar

Auf die HSH Nordbank kommt Ungemach zu: Die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr dürften äußerst düster ausfallen. Es steht ein Verlust von zwei Milliarden Euro ins Haus. Die Landesbank muss dem staatlichen Rettungsfonds bis zum 21. Februar ein neues Geschäftsmodell präsentieren.

FRANK M. DROST | BERLIN

Die HSH Nordbank muss mit einem Verlust für das abgelaufene Geschäftsjahr von bis zu zwei Mrd. Euro rechnen. Das wäre das Doppelte dessen, was bislang als Fehlbetrag für möglich gehalten wurde. Das verlautete gestern aus parlamentarischen Kreisen in Hamburg mit Verweis auf erste Zahlen eines Gutachtens der Prüfungsgesellschaft KPMG. Die Stadt Hamburg ist der größte Anteilseigner der Landesbank.

In den ersten neun Monaten verbuchte die Bank einen Verlust von 360 Mio. Euro. Für das letzte Quartal 2008 ging der Vorstand unter Dirk Jens Nonnenmacher von einem erheblichen Abschreibungsbedarf aus, ohne den Verlust näher zu beziffern. Eine Sprecherin der Bank verwies darauf, dass noch keine offiziellen Zahlen von KPMG vorlägen. Erst Ende Februar sei damit zu rechnen.

Derzeit arbeitet das Management unter Hochdruck an einer Neuausrichtung der Bank. Wie Nonnenmacher gestern Mitgliedern des Kieler Finanzausschusses erläuterte, könnte der Aufsichtsrat bereits Ende Januar über konkrete Konzepte entscheiden. Bei dem staatlichen Rettungsfonds Soffin steht die HSH Nordbank in der Pflicht, bis zum 21. Februar ihr neues Geschäftsmodell vorzustellen. Bei dem Fonds hat die Bank Kapitalgarantien in Höhe von 30 Mrd. Euro beantragt. Die erste garantierte Anleihe in Höhe von drei Mrd. Euro wurde bereits begeben.

Prinzipiell will der Vorstand die Bilanzsumme von derzeit 200 Mrd. Euro um 80 Mrd. Euro herunterfahren. Die HSH Nordbank soll zu einer auf Norddeutschland ausgerichteten Kernbank werden, wobei die Bereiche Schiffs- und Transportfinanzierung weiterhin global ausgerichtet bleiben sollen. Nicht strategische Geschäftsfelder wie Leasing sollen ausgegliedert werden, zudem wird über eine sogenannte "Abbaubank" für toxische Wertpapiere nachgedacht.

Wie der absehbare Kapitalbedarf gedeckt werden soll, steht nach Einschätzung der Mehrheitseigner noch nicht fest. "Wir suchen nach der wirtschaftlich sinnvollsten Variante", heißt es im Kieler Finanzministerium. Denkbar seien Eigenkapitalhilfen der Aktionäre, wobei die Sparkassen schon signalisiert haben, sich nicht an einer Kapitalerhöhung zu beteiligen. Nicht ausgeschlossen ist ein Engagement des Rettungsfonds Soffin. Allerdings halten die Mehrheitseigner die vom Soffin verlangte Verzinsung für stille Einlagen für recht teuer. Das könnte über den Kapitalmarkt preiswerter organisiert werden, hieß es. Für den Fraktionschef der Grünen in Kiel, Karl-Martin Hentschel, ist die Landesbank ein "Fass ohne Boden" geworden.

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