Landesbanken
Westfälische Sparkassen fordern Konsolidierung

Experten fordern seit langem weitere Zusammenschlüsse im Landesbankensektor. Wegen unterschiedlicher Interessen und komplizierter Eigentumsverhältnisse kam es dazu nur selten. Nun legen die westfälischen Sparkassen nach.

MünsterDer Sparkassenverband Westfalen-Lippe fordert eine Konsolidierung im Landesbankensektor und kritisiert die wachsende Konkurrenz der Geldhäuser untereinander. Statt angesichts niedrigster Zinsen die Kräfte zu bündeln, hätten die Landesbanken allein in den vergangenen fünf Jahren 20 neue Standorte gegründet, sagte Verbandspräsident Rolf Gerlach am Dienstag in Münster. „Mehr und mehr treten die Institute in Konkurrenz zueinander und auch zu den Sparkassen.“ Damit vernachlässigten die Landesbanken ihre Rolle als Sparkassen-Dienstleister und ignorierten die Notwendigkeit einer Spezialisierung. „Es wird munter in den Kerngeschäftsgebieten der Schwesterinstitute gewildert.“ Alle Institute bearbeiteten dieselben Geschäftsfelder, was Zweifel am Sinn ihrer strategischen Ausrichtung aufkommen lasse.

Experten fordern seit langem weitere Zusammenschlüsse im Landesbankensektor. Wegen unterschiedlicher politischer Interessen und komplizierter Eigentumsverhältnisse ist es in den vergangenen Jahren jedoch nur in Notsituationen zu größeren Veränderungen gekommen. Viele Banker glauben, dass dies auf absehbare Zeit so bleiben wird. Die Sparkassen in Baden-Württemberg betonten beispielsweise kürzlich, dass sie einen Zusammenschluss von Helaba und Deka verhindern wollen, weil sonst ein großer Konkurrent für die Stuttgarter LBBW entstehen würde, an der sie maßgeblich beteiligt sind.

Gerlach selbst saß mehrere Jahre im Aufsichtsrat der WestLB, die 2012 nach diversen staatlichen Rettungsaktionen auf Druck der EU-Kommission zerschlagen wurde.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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