Lebensversicherung
Chef der Alte Leipziger bleibt gelassen

Der Chef des Versicherungskonzerns Alte Leipziger-Hallesche sieht die deutsche Lebensversicherung anders als viele Branchenkollegen durch die demnächst geltenden strengeren europäischen Aufsichtsregeln nicht gefährdet.
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Frankfurt "Unternehmen, die über ein hohes Eigenkapital verfügen, werden weiterhin langfristige Garantien für ihre Kunden geben können", sagte der Chef Walter Botermann auf der Bilanzpressekonferenz. In der Versicherungsbranche herrscht derzeit viel Unruhe. Einige Branchenvertreter wettern gegen die neuen Aufsichtsregeln Solvency II, die ab 2013 gelten sollen, und prophezeien gar das Aus für die klassische deutsche Lebensversicherung mit ihrer garantierten Verzinsung. Denn bei einem starren Garantiezins, der über Jahrzehnte gilt, muss künftig besonders viel Kapital vorgehalten werden. So moniert etwa der Branchenverband GDV, dass die neuen Regeln es den Unternehmen "deutlich erschweren oder unmöglich machen, langfristige Zinsgarantien anzubieten." Auch der Allianz-Finanzvorstand Paul Achleitner bezeichnete unlängst die Folgen der Regulierung für die Lebensversicherung als "dramatisch".

Botermann sieht das deutlich gelassener. "Solvency II kommt jetzt, da hilft kein Jammern und kein Klagen." Dass es noch große Änderungen an dem Regelwerk geben wird, glaubt er nicht, zumindest deute sich in Brüssel nichts dergleichen an. "Das Maß an Beleidigtheit nimmt zu auf allen Seiten", sagte der Vorstandschef. Zwar fordert auch er wie viele Branchenkollegen, dass die sogenannte Zinsstrukturkurve noch überarbeitet wird, mit der der Eigenkapitalbedarf der Versicherer ermittelt wird. Die bisherigen Berechnungsmethoden führen zu stark schwankenden Ergebnissen beim Kapitalbedarf. "Hier sollte man mehr Stabilität hereinbekommen", sagte Botermann. Aber selbst wenn es keine Änderungen an Solvency II mehr gebe, könne sein Konzern weiterhin langfristige Garantien anbieten. "Wir haben genug Eigenkapital, wir werden das können." Alles andere würde der Markt auch nicht akzeptieren. "Die Kunden wollen in der Altersvorsorge einfach Garantien."

Botermann zeigte sich mit dem Geschäftsverlauf 2010 sehr zufrieden. Die Versicherungsgesellschaften des Konzerns verbuchten 2010 mit knapp drei Milliarden Euro 4,7 Prozent mehr Beiträge als im Vorjahr. Der gesamte Konzernumsatz, einschließlich der Mittelzuflüsse im Bauspar- und Investmentfondsgeschäft, stieg um rund vier Prozent auf 3,3 Milliarden Euro.

Bei der Alten Leipziger Lebensversicherung stieg der Rohüberschuss vor Steuern und Direktgutschrift deutlich von 394 Millionen auf 438 Millionen Euro. Bei der Halleschen Krankenversicherung legte der Überschuss vor Steuern ebenfalls zu, und zwar von 116 auf 150 Millionen Euro. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres hätte sich das Geschäft weiter gut entwickelt, daher erwartet Botermann für das laufende Geschäftsjahr noch bessere Zahlen.

Das Eigenkapital wurde in der Lebensversicherung um 44 Millionen Euro auf 469 Millionen Euro erhöht. Die Eigenkapitalquote stieg damit auf 3,3 Prozent und lag erheblich höher als der Branchendurchschnitt von 1,8 Prozent. In der Krankenversicherung stieg das Eigenkapital von 178 Millionen Euro auf 193 Millionen Euro.

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  • Die klassische Kapitallebensversicherung ist spätestens seit dem Wegfall der steuerfreien Ablaufleistung in 2005 ein Auslaufmodell. Die Zahl der Neuabschlüsse ist seither drastisch gesunken. Was hier als Erfolg verkauft wird, sind Steigerungen bei dubiosen Geschäften gegen Einmalzahlung, die zu Recht von der Bafin beanstandet wurden, da sie zu Lasten der Bestandskunden erfolgen dürften. Das allein ist schon ein Indiz für den Tod der KLV - da keine Anreize mehr für Neukundengeschäfte geboten werden können, muss man sich um den Ruf auch keine Sorgen mehr machen und kann die Bestandskunden klammheimlich noch mehr ausplündern. Zur Begründung kommen das gegenwärtige Zinstal und Solvency II dann gerade recht 8-(

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