Lebensversicherung
Versicherer wollen Provisionen deckeln

Die nächste Regierung soll Provisionen bei Lebensversicherungen begrenzen. Dies diskutieren die Versicherer auf Verbandsebene. Die Branche reagiert auf Kritik von Verbraucherschützern. Vertriebe sind gegen den Vorschlag.
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BerlinDie deutschen Versicherer diskutieren eine Höchstgrenze für Vermittlerprovisionen bei Lebens- und Rentenversicherungen. Das gehe aus einem Schreiben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) an Mitgliedsunternehmen hervor, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“.

Anlass für die Überlegungen seien die aktuelle Niedrigzins-Phase und die Kritik von Verbraucherschützern und in der Politik, sagte eine Sprecherin des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) der Zeitung. Auch Unternehmensberater empfehlen den Versicherern, die Provisionen zu begrenzen.

Ziel der Verbandsinitiative sei es, nach der Bundestagswahl von der neuen Bundesregierung eine entsprechende gesetzliche Regelung zu fordern, heißt es in dem Zeitungsbericht. Damit wollten die Versicherer auch eine Position zu möglichen entsprechenden Forderungen des Gesetzgebers vorbereiten.

Beim Abschluss von Lebens- oder Rentenversicherungen sind häufig sehr hohe Provisionen fällig, die an die Vermittler ausgezahlt werden. Sie führen dazu, dass Kunden bei frühzeitiger Kündigung ihres Vertrages häufig viel Geld verlieren.

Verbraucherschützer kritisieren dies seit langem, auch von der Europäischen Kommission kamen wiederholt Forderungen nach einem Ende der Praxis. In einigen europäischen Ländern sind solche Provisionen bei Altersvorsorge-Produkten ganz verboten.

Die vorgeschlagenen Höchstgrenzen seien so knapp, dass sie vor allem Großvertriebe wie DVAG, MLP oder Swiss Life Select sowie zahlreiche Maklerfirmen in ernsthafte Schwierigkeiten bringen dürfte, hieß es in dem Bericht.

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Vertriebe wehren sich gegen die Versicherer-Initiative

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  • Nicht zu verkennen, dass der Versicherungsnehmer bei Fälligkeit der Lebensversicherung am Fälligkeitstag per Gesetz nur de Hälfte seines Anspruchs an den Bewertungsreserven erhält. Da ist es kein Wunder, dass de Bonizahlungen der Bersicherer gegenüber ihren Vorständen so üppig ausfällt.

    Die härteste Verfechterin dieser Ungerechtigkeit ist die Präsidentin der BAFin, die früher als Beraterin dieser Branche und später als Leiterin der Buchhaltung eines namhaften Versicherers tätig war.

    Diese Leistung der Versicherungslobby hat der Gesetzgeber zu korrigieren.

  • An die Redaktion:
    Ich vermute einen Buck in Ihrem System.

    Leider ist mein kritischer Kommentar immer noch nicht erschienen.

  • Einer wirtschaftlich ausgerichteten Zeitung wie dem Handelsblatt sollten solche Fehler nicht unterlaufen:

    Die Pulldown-Tabelle "Was Verkäufer in der Finanzbranche verdienen" ist falsch, reißerisch und übertrieben.

    Die Tabelle könnte bestenfalls heißen: "Was Anbieter dafür zahlen", dann stimmt sie (trotz einiger Übertreibungen) so einigermaßen.

    Es wird nämlich bei dieser Tabelle "mal eben vergessen", dass es sich bei den Zahlen um den "Umsatz" eines Maklers handelt und nicht um seinen Verdienst. Maklerbüros haben aufgrund der aufwändigen (vorgeschriebenen) Bürokratie, aufgrund von Gewerbesteuer, Kammerabgaben, teurer EDV für Kundenverwaltung und Vergleichsprogramme, Miete, Personal, Fahrt- und Reisekosten, Weiterbildung u.v.a. nämlich meist Kostensätze zwischen 40% und 60%. Der "Verdienst" liegt also ebenfalls nur bei 40% bis 60% der angegebenen Provisionen und ist damit wesentlich geringer als angegeben.

    Auch die Mitarbeiter von Großvertrieben muss man da mal in Schutz nehmen: Die haben zwar weniger Kosten zu tragen, bekommen meist aber auch nur 30% bis 60 % der angegebenen Werte ausgezahlt (und müssen davon noch ihre eigenen Kosten tragen).

    Und wenn man sich dann noch den Zeitaufwand (bei korrekter Arbeit) ansieht, den die zur Abwicklung notwendigen Schriftstücke heute verursachen, ist bestimmt kein ehrlicher Vermittler überbezahlt.

    S.

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