Lebensversicherungen
Generali Deutschland drosselt Geschäft

Während die Allianz das Geschäft mit Lebensversicherungen gegen Einmalbetrag ausweitet, fährt Generali es zurück: Der Versicherer fürchtet, Renditeversprechen angesichts des niedrigen Zinsniveaus nicht halten zu können.
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FrankfurtDer Versicherer Generali fährt in Deutschland sein Geschäft mit Lebensversicherungen als reine Geldanlage zurück. Das Neugeschäft mit Lebensversicherungen gegen Einmalbeitrag halbierte sich in den ersten sechs Monaten auf 1,43 Milliarden Euro, wie die deutsche Tochter des italienischen Konzerns am Dienstag in Köln mitteilte.

Der Versicherer habe stark vom Kapitalmarkt abhängige Produkte wie das „Tagesgeld plus“ der Tochter Cosmos gedrosselt, weil sie geringere Gewinnmargen hätten als andere. Marktführer Allianz Leben hatte das Einmalbeitragsgeschäft im ersten Halbjahr deutlich ausgeweitet.

Lebensversicherungen, bei denen der gesamte Beitrag komplett eingezahlt wird und nicht in monatlichen Raten, werden oft als Geldanlage genutzt, weil sie mehr Rendite abwerfen als andere Kapitalanlagen. Viele Kunden stecken eine Erbschaft oder Ersparnisse in eine Lebensversicherungspolice, um sich später eine Rente auszahlen zu lassen.

Doch viele Versicherer bringen die Renditeversprechen in die Bredouille. „Angesichts des extrem niedrigen Zinsniveaus wird es in der Kapitalanlage zunehmend schwieriger, rentable Anlagemöglichkeiten zu finden“, sagte Generali-Finanzvorstand Torsten Utecht. „Unsere Strategie, die Einmalbeiträge in diesem Umfeld bewusst zurückzufahren, hat sich daher als richtig erwiesen.“

Das Neugeschäft mit laufenden Beitragseinzahlungen ging um 4,4 Prozent auf 347 Millionen Euro zurück. Im Konzern lagen die Beiträge in den ersten sechs Monaten mit 8,6 Milliarden Euro um 14 Prozent unter dem Vorjahr – das Ergebnis der weggefallenen Einmalbeiträge.

Der Gewinn von Generali Deutschland stieg im ersten Halbjahr um 7,3 Prozent auf 240 Millionen Euro, weil das Ergebnis aus den Kapitalanlagen um 14 Prozent nach oben schnellte.

Die Kehrseite der Medaille: Hierin schlugen sich die Erlöse aus dem Verkauf von festverzinslichen Wertpapieren nieder, von denen sich Generali trennte, um die Zinszusatzreserve zu finanzieren, mit der die deutschen Lebensversicherer auf Geheiß der Finanzaufsicht BaFin für eine anhaltende Niedrigzinsphase vorsorgen müssen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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