Lehman Brothers Deutschland
Gläubiger billigen Insolvenzplan

Lehman Brothers Deutschland kann schneller abgewickelt werden als gedacht. Die Gläubigerversammlung beauftrage den Insolvenzverwalter, einen Plan aufzustellen, der die Verteilung von rund 15 Milliarden Euro regeln soll.
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FrankfurtDie Deutschland-Tochter der zusammengebrochenen US-Investmentbank Lehman Brothers kann schneller abgewickelt werden als gedacht. In einem der spektakulärsten Pleitefälle der deutschen Nachkriegsgeschichte beauftragte die Gläubigerversammlung Insolvenzverwalter Michael Frege am Donnerstag in Frankfurt, einen Insolvenzplan aufzustellen, der die Verteilung der verfügbaren Insolvenzmasse von rund 15 Milliarden Euro regeln soll.

Damit könnte das Mammutverfahren um die Lehman Brothers Bankhaus AG in zwei oder drei Jahren abgeschlossen werden, sagte der Chef der Anwaltskanzlei CMS Hasche Sigle, Hubertus Kolster. Sonst hätte es sich fünf bis zehn Jahre hinziehen können. Frege, ein Bruder des Punkrock-Sängers Campino („Die Toten Hosen“), gehört der Großkanzlei an.

Der Streit um das dreistellige Millionenhonorar für Frege spielte auf der Versammlung nach Kolsters Worten keine große Rolle. Auch US-Hedgefonds, die im Vorfeld massive Kritik an der Vergütung geäußert hatten, hielten sich zurück. „In der Gläubigerversammlung gab es keine kritischen Anmerkungen. Die Großgläubiger standen ja immer hinter dem Verfahren“, betonte Kolster. Ein Sprecher der Investoren, die Forderungen an den Insolvenzverwalter billig aufgekauft hatten, wollte sich nach der Versammlung nicht äußern.

Ein Expertengutachten im Auftrag Freges war zu dem Schluss gekommen, dass ihm mehr als 800 Millionen Euro für die Abwicklung zustünden. Doch der Insolvenzverwalter beschwichtigte die Gläubiger: „Wir hielten es für möglich, dass wir am Ende des Verfahrens bei einer Honorarsumme unterhalb von 500 Millionen Euro landen werden“, sagte Kolster. Doch auch das wäre Rekord für eine Insolvenz in Deutschland.

Die Entscheidung über die Höhe der Vergütung trifft das Amtsgericht Frankfurt am Ende des Verfahrens. Frege werde im Insolvenzplan kein Präjudiz dafür schaffen, betonte Kolster. Das Honorar richtet sich zunächst nach der verfügbaren Masse - danach stünden Frege rund 75 Millionen Euro zu. Dazu kommen aber diverse Zuschläge, die den Betrag auf ein Vielfaches anschwellen lassen können.

Wenn Gläubiger nicht einverstanden sind, können sie vor Gericht ziehen. Die Hedgefonds hatten die Vorstellungen Freges als weit überzogen bezeichnet. An dem Verfahren arbeiten CMS zufolge seit vier Jahren zumindest zeitweise 70 Anwälte und 30 Insolvenz-Experten.

Die Bundesbank und der Einlagensicherungsfonds der privaten Banken, die jeweils Milliarden bei der deutschen Lehman-Tochter im Feuer stehen haben, hatten sich hinter Frege gestellt. Die Gläubiger können laut CMS damit rechnen, bis zu 80 Prozent der Forderungen zurückerstattet zu bekommen.

Zu Beginn hatte Frege nach eigenen Angaben nur mit einer Quote von 10 bis 20 Prozent gerechnet. Die deutschen Privatbanken, die in die Einlagensicherung einzahlen, bleiben damit nur auf Kosten von rund einer Milliarde Euro für den größten Entschädigungsfall in Deutschland sitzen. An Lehman-Kunden - zumeist Großanleger - ausgezahlt hatte der Sicherungsfonds 6,7 Milliarden.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Der höchstmögliche Aggregatszustand kapitalistischen Seins ist das Insolvenzverwaltertum....

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