Letzte Anleihe zurückgezahlt
HSH Nordbank ist jetzt Soffin-frei

Mit einer Zahlung von drei Milliarden Euro hat die HSH Nordbank ihre letzte Bürgschaft beim Finanzmarktfonds Soffin ausgelöst. Allerdings steht die Landesbank noch bei Schleswig-Holstein und Hamburg in der Kreide.
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HamburgDie HSH Nordbank hat am Montag ihre letzte Anleihe über drei Milliarden Euro zurückgezahlt, die vom Finanzmarktfonds Soffin garantiert wurde. Das teilte das Institut am Dienstag in Hamburg mit. Damit sinken auch die Aufwendungen der Bank für öffentliche Garantien erheblich.

Die HSH Nordbank war im Zuge der Finanzkrise 2008 an den Rand des Ruins geraten und durch erhebliche Anstrengungen der Anteilseigner Hamburg und Schleswig-Holstein gerettet worden. Beim Soffin hatte die Bank in der Spitze Bürgschaften bis zu 17 Milliarden Euro in Anspruch genommen und dafür insgesamt im Laufe der Jahre mehr als 300 Millionen Euro gezahlt.

Daneben erhielt die HSH Nordbank weitere Garantien und Kapitalspritzen der beiden Anteilseigner-Länder Hamburg und Schleswig-Holstein in Milliardenhöhe. Von deren Garantiehilfen in Höhe von insgesamt zehn Milliarden Euro hat die Bank nach eigenen Angaben 2011 drei Milliarden Euro zurückgezahlt und plant für die kommenden Jahre weitere kontinuierliche Überweisungen.

Sie befindet sich derzeit in einem Restrukturierungsprozess und muss sich auf ungefähr die Hälfte verkleinern. Das war eine Auflage der EU-Kommission für die Staatshilfen. Die Flugzeugfinanzierung und das globale Immobiliengeschäft sollen ganz aufgegeben und die Schiffsfinanzierung zurückgefahren werden.

Die Bank selbst sieht sich nach Angaben ihres Vorstandschefs Paul Lerbinger auf einem guten Weg. „Heute sind wir wieder in der Lage, uns unabhängig von staatlichen Stützungsmaßnahmen am Kapitalmarkt zu refinanzieren“, erklärte Lerbinger am Dienstag in Hamburg. Die HSH Nordbank habe ihre „Fundingbasis“ über die Jahre kontinuierlich erweitert und werde von den Partnern besser wahrgenommen.

Die HSH Nordbank mit ihren weltweit 3600 Mitarbeitern stellt sich mit ihrem im EU-Beihilfeverfahren genehmigten Geschäftsmodell derzeit als „Bank für Unternehmer“ neu auf. Sie setzt dabei im Kern auf das Kreditgeschäft mit norddeutschen Firmenkunden und Mittelständlern. Eine „Restructuring Unit“ baut die nicht mehr zum Kerngeschäft gehörenden Geschäftsfelder ab.

Die Bank, die einst aus dem Zusammenschluss der Landesbanken von Hamburg und Schleswig-Holstein entstand, befindet sich nach eigenen Angaben derzeit zu etwa 85 Prozent im Besitz der beiden Länder. Minderheitsbeteiligungen halten der schleswig-holsteinische Sparkassenverband und eine Gruppe von Finanzinvestoren.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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