Libor-Manipulation
Freddie Mac verklagt zahlreiche Großbanken

Der Immobilienfinanzierer Freddie Mac will wegen der Manipulation des Libor-Zinssatzes Schadensersatz von zahlreichen Banken und hat diese nun in Virginia verklagt. Es könnte um mehrere Milliarden gehen.
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New YorkDer US-Immobilienfinanzierer Freddie Mac geht wegen der Manipulation des Referenz-Zinssatzes Libor juristisch gegen mehr als ein Dutzend Banken vor. Verklagt werden unter anderem die Bank of America, JPMorgan Chase sowie die Schweizer Institute UBS und Credit Suisse, wie aus der bereits Mitte März eingereichten Klage hervorgeht. Zuständig ist ein Gericht im US-Bundesstaat Virginia. Mit dem Vorgehen strebt der Immobilienfinanzierer Schadenersatz an, ohne jedoch eine Höhe zu nennen.

Die Banken hätten den Libor, der für unzählige Finanzgeschäfte eine wichtige Rolle spielt, zusammen künstlich niedrig gehalten, um selbst einen Vorteil daraus zu ziehen, hieß es. Die verklagten Geldhäuser waren zunächst nicht zu erreichen oder lehnten eine Stellungnahme ab.

In einem Schreiben an die Finanzaufsicht, das Reuters im Dezember einsehen konnte, werden die möglichen Libor-Verluste von Freddie Mac und dem ebenfalls verstaatlichten Schwester-Institut Fannie Mae auf mehr als drei Milliarden Dollar beziffert. In Europa hat UBS bereits eine Strafe von 1,5 Milliarden Dollar akzeptiert, um Vorwürfe in ähnlichen Fällen auszuräumen. Bei der Royal Bank of Scotland waren es mehr als 600 Millionen Dollar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • leg dich lieber mit Ottern und Nattern ins bett, bevor du dich mit einem Bankster abgibst.
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    Die Bankster sind zurück

    Die Zinsmanipulation bei Barclays erschüttert die Bankenwelt. Der Verdacht ist groß, dass andere Institute ähnlich handelten. Ermittelt wird auch gegen die Deutsche Bank.

    © Oli Scarff/Getty Images
    Der Finanzbezirk der Londoner City

    Der Finanzbezirk der Londoner City

    Erst der Oberaufseher, dann der Chef und nun noch der Geschäftsführer: Innerhalb von zwei Tagen hat die zweitgrößte britische Bank Barclays ihre komplette Führung verloren. Weil Mitarbeiter von Barclays versucht haben, einen der wichtigsten Leitzinssätze weltweit zu manipulieren, haben erst Verwaltungsratschef Marcus Agius, am Tag darauf Vorstandschef Bob Diamond und schließlich auch Geschäftsführer Jerry del Missier ihren Rücktritt erklärt.

    Die britische Finanzbranche hat ihren nächsten Skandal, der allerdings nicht auf die Insel beschränkt bleiben könnte. Seit Jahren ermitteln Aufsichtsbehörden in den USA, Großbritannien sowie der Schweiz und der EU wegen des Verdachts der Manipulation der Leitzinssätze Libor und Euribor gegen mehr als ein Dutzend Großbanken weltweit. Darunter Schwergewichte wie die Deutsche Bank, die UBS, Citigroup, HSBC oder Lloyds.

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