Libor-Manipulation
Rekordstrafe für die Deutsche Bank

Die Deutsche Bank hat sich mit den Aufsichtsbehörden auf eine der höchsten Strafen geeinigt, die bisher im Fall der Libor-Manipulationen verhängt wurden. Eine Beilegung des Streits könnte noch im April erfolgen.
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New York/DüsseldorfDie Deutsche Bank steht in den USA und Großbritannien nach Informationen des Handelsblatts kurz vor einer Beilegung der Vorwürfe wegen Manipulation des Zinssatzes Libor. Die Einigung umfasst offenbar das Schuldeingeständnis einer britischen Tochterfirma wegen Betrugs und die Zahlung von mehr als 1,5 Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro). Womöglich könnte das Institut den Streit noch im April beilegen. Zuerst hatten die „New York Times“, der Finanzdienst Bloomberg und die Nachrichtenagentur Reuters über die Einigung berichtet

Deutschlands größtes Bankhaus würde damit die höchste Strafe akzeptieren, die im Libor-Fall bislang verhängt wurde – die UBS hatte 2012 eine Strafe von 1,5 Milliarden akzeptiert. Dafür könnte die Deutsche Bank den seit Jahren andauernden Konflikt auf einen Schlag mit dem US-Justizministerium und den anderen ermittelnden Aufsichtsbehörden in Amerika und Großbritannien beilegen.

Das könnte noch in diesem Monat geschehen. Die EU hatte dem Geldhaus bereits Ende 2013 eine Strafe von 725 Millionen Euro aufgebrummt. Die Deutsche Bank teilte mit, sie arbeite weiter mit den Behörden zusammen, die die Libor-Angelegenheiten untersuchten. Ein Sprecher des US-Justizministeriums lehnte eine Stellungnahme über eine mögliche Einigung ab.

In den Zinsskandal sind Großbanken rund um den Globus verstrickt. Nach Erkenntnissen von Regulierern hatten sich einzelne Händler bei wichtigen Referenzzinsen wie dem Libor und dem Euribor abgesprochen, um Handelsgewinne einzustreichen. Die EU hat der Deutschen Bank bereits eine Strafe von 725 Millionen Euro aufgebrummt.

Der Referenzzins Libor ist ein von Banken angegebener Durchschnittswert, zu dem die Institute sich gegenseitig Geld leihen. Der Zinssatz, den Händler einiger Großbanken über Jahre zum eigenen Vorteil manipuliert haben sollen, ist ein Richtwert für Finanzgeschäfte von Hunderten Billionen Dollar - zahlreiche Kredite sind daran gekoppelt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Kommentare zu " Libor-Manipulation : Rekordstrafe für die Deutsche Bank"

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  • Es ist an der Zeit, daß die Bank die verantwortlichen Vorstände für den Schaden am Aktionärsvermögen in Regreß nimmt. Denn es kann niemand erzählen, daß dies ohne Wissen und Duldung des Vorstands geschehen ist.

    Der Ex-Vorstandssprecher und der jetztige Vorstandssprecher, der damals für die Investmensparte verantwortlich war, müssen zu dem Vorgang befragt werden und gegebenenfalls ist durch die Staatsanwaltschaft Strafantrag zu stellen und die Bank muß Zivilklage einreichen.

    Wenn nicht die Handelnden Personen in Regreß genommen werden, wird sich am Verhalten der Banken wenig oder gar nichts ändern.

  • Wir als (kleine ) Autofahrer fahren auch nicht immer nach Vorschrift. Und wo gehobelt wird, fallen Späne.

    Mist eben nur, wenn man erwischt wird.

  • In der Demokratie Deutschland kümmert sich anscheinend keiner um die Betrügereien der Banken u. Wirtschaft. Die Deutsche Bank wurde ja von unseren Volksvertretern als weltweites Vorzeigeunternehmen dargestelt u. Mutti feierte mit den Bankenvorstand Ackermann noch groß Geburtstag im hohen Haus. Die Deutschen Banken sind ein Spiegelbild unserer Politiker, Eliten u. Gesellschaft.

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