Libor-Manipulationsskandal
Erste Anklagen gegen Broker

Zwei Ex-Mitarbeitern der Firma RP Martin wird eine Verschwörung vorgeworfen, die die Grundlage des Libor-Skandals bildete. In den Manipulationsskandal sind viele Großbanken verwickelt.
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LondonIm Zinsmanipulationsskandal um den Referenzsatz Libor haben die britischen Behörden am Montag erstmals auch Broker angeklagt. Das zuständige Amt wirft zwei Ex-Mitarbeitern der Firma RP Martin Verschwörung vor, wie das Serious Fraud Office (SFO) mitteilte. RP Martin lehnte eine Stellungnahme ab. Die beiden früheren Angestellten der Firma im Alter von 41 und 48 Jahren waren kurz vor Weihnachten zusammen mit dem ehemaligen Händler Tom Hayes festgenommen worden, der als zentrale Figur des weltweiten Libor-Skandals gilt. Hayes selbst war für die Citigroup sowie die UBS tätig und wurde kürzlich wegen Verschwörung in acht Fällen angeklagt.

Broker waren verstärkt ins Visier der Ermittler geraten, als die Schweizer Bank UBS im Zuge ihres Vergleichsverfahrens Schmiergeldzahlungen von Händlern an die Finanzmakler eingeräumt hatte. Als Gegenleistung für das Bestechungsgeld sollten die Broker - die als Vermittler zwischen Verkäufer und Käufer bei einer Vielzahl von Finanzgeschäften auftreten - bei der Manipulation helfen. Der Libor ist einer der wichtigsten Referenzzinssätze für Hypotheken und andere Kredite. Von ihm hängen weltweit Finanzgeschäfte im Volumen von mehreren Hundert Billionen Dollar ab. Er wird einmal täglich ermittelt und beruht auf Angaben der Banken zu ihren Refinanzierungskosten. In den Manipulationsskandal sind viele Großbanken verwickelt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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