Libor-Skandal

Bafin prüft Banken wegen Zinsmanipulation

Der Skandal schwappt nach Deutschland: Die deutsche Bankenaufsicht wird wegen des Libor-Skandals in Großbritannien aktiv. Die Behörde will die Banken auf Kontrollmechanismen, die Manipulationen verhindern können, prüfen.
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Das Gebäude der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) in Bonn. Quelle: dpa

Das Gebäude der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) in Bonn.

(Foto: dpa)

BonnIm Skandal um manipulierte Interbanken-Zinsen in London ist auch die deutsche Bankenaufsicht Bafin aktiv geworden. Die Behörde prüfe, inwieweit es bei der Geschäftsorganisation von Banken Kontrollmechanismen gebe, durch die solche Manipulationen entdeckt oder verhindert werden könnten, sagte Bafin-Sprecher Ben Fischer am Donnerstag in Bonn. Bei welchen Banken bereits Prüfungen laufen, wollte der Sprecher nicht sagen.

Die Bafin habe selbst keine Befugnisse zur Strafverfolgung, sagte Fischer. Sie arbeite in dem Fall aber mit den ermittelnden Behörden zusammen, um herauszufinden, ob es mögliche Manipulationen gegeben habe.

Nach einem Bericht der Online-Ausgabe der Wirtschaftszeitung „Euro am Sonntag“ könnten auf Finanzinstitute, die bei Manipulationen mitgemischt haben, hohe Schadenersatzforderungen von Anlegern zukommen. Die Fondsgesellschaft Union Investment und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hätten bereits angekündigt, solche Forderungen zu prüfen.

  • dpa
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1 Kommentar zu "Libor-Skandal: Bafin prüft Banken wegen Zinsmanipulation"

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  • Eigenartig, dass die BAFin, die ihr Aufgabengebiet gern mit Finanzmarktaufsicht umschreibt, sich nie Gedanken um Marktmanipulationen gemacht haben will. Es dürfte in den Banken keinen wichtigeren Indikator als den LIBOR geben.

    Wie viel Lobbyismus muss man betreiben, um von solchen "Hämmern" abzulenken. Die BAFin musste offensichtlich zum Jagen getragen werden. Das hätten die Finanzminister aber auch schon früher und selbst erkennen können - ja erkennen müssen, wenn sie denn vom Fach gewesen wären.

    Es ist noch vieles aufzuarbeiten. Die 430 Millionen Euro, die Niebel jetzt Afghanistan zur Korruptionsbekämpfung zugesagt hat, wären hier bei uns besser investiert.

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