Libor-Skandal Der Tag der Milliardenstrafen für Banken

Bis zu zehn Banken sollen über Jahre hinweg Zinssätze wie Libor oder Euribor manipuliert haben. Am Mittwoch sollen sie die Quittung bekommen: Die EU-Kommission will offenbar Rekord-Geldbußen verhängen.
Update: 04.12.2013 - 07:39 Uhr 19 Kommentare
Zwillingstürme der Deutschen Bank in Frankfurt: Die EU-Kommission plant offenbar Rekord-Geldbußen im Libor-Skandal. Quelle: dpa

Zwillingstürme der Deutschen Bank in Frankfurt: Die EU-Kommission plant offenbar Rekord-Geldbußen im Libor-Skandal.

(Foto: dpa)

BrüsselIm Zusammenhang mit der Manipulation von Referenzzinssätzen will die Europäische Union einem Insider zufolge gegen die Deutsche Bank und weitere Institute eine Rekordstrafe verhängen. Bei dem größten deutschen Geldinstitut gehe es um den Euribor, den Libor und den japanischen Tibor, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Demnach sollen neben der Deutschen Bank auch Geldhäuser wie Barclays, die Royal Bank of Scotland, Citigroup und JPMorgan Chase Geldbußen zahlen. Insgesamt seien wohl mehr als 1,5 Milliarden Euro fällig.

Die Schweizer UBS werde nicht bestraft, weil sie die Kartellwächter auf Manipulationen beim Yen-Zinssatz aufmerksam gemacht habe. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia werde die Strafen voraussichtlich am Mittwochvormittag (11.30 Uhr) bekanntgeben, sagte ein zweiter Insider. Die Deutsche Bank lehnte am Dienstagabend eine Stellungnahme ab.

Händlern der Geldhäuser wird vorgeworfen, die Zinssätze zu ihren Gunsten manipuliert zu haben, um Handelsgewinne einzustreichen. Referenzsätze wie Libor und Euribor werden täglich ermittelt und sind die Grundlage für Finanzgeschäfte im Volumen von mehr als 500 Billionen Dollar. Sie beruhen auf Angaben der Banken über ihre Refinanzierungskosten. Das System soll nach dem Willen vieler Aufseher wegen der Manipulationen geändert werden.

Einer Euribor-Einigung sollen sich Informationen mehrerer Medien zufolge die Banken JP Morgan, HSBC und Credit Agricole entzogen haben. In diesen Fällen scheinen weitere juristische Verfahren wahrscheinlich.

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19 Kommentare zu "Libor-Skandal: Der Tag der Milliardenstrafen für Banken"

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  • Ich möchte diese Diskussion mal in folgende Richtung lenken: Warum werden diese Betrügereien eigentlich betrieben? Was (nicht wer) steckt dahinter? Läuft nicht etwas grundsätzliches falsch? Strafen, und seien sie noch so hoch, werden an dieser Entwicklung nichts ändern. Der Ansatz zur Lösung dieses "Problems" ist weit fundamentaler. Keine derzeitige Regierung oder Kommission ist auch nur ansatzweise in der Lage diese Situation zu ändern. Hier muss mehr passieren.

  • Wie lange müssen wir noch warten bis Deutschbank- oder Goldmann-Sachs-Bankster nicht mehr als Berater der Kanzlerin auftreten?

    Wie lange müssen wir noch warten bis sie ihre Geburtstage im Knast
    und nicht auf Steuerzahlerkosten im Kanzleramt feiern?

    Wie lange will man noch zusehen bei Betrügereien um Libor, Euribor, Tibor, Gold, Devisen,
    Umweltzertifikatebetrug, Steuerhinterziehung, Bilanzmanipulation, Waffenhandel, Geldwäsche, Landgrabbing?

    Wie lange noch können wir uns solch kriminelle Geschäftspartner an den Schalthebeln der Macht leisten bis zum völligen Zusammenbruch noch leisten?

    Wie lange wollen wir zusehen daß Spieler mit einem Hebel größer als 1:50 russisch Roulette spielen und dabei den Revolver an unsere Schläfen halten um mit Eigenkapitalrenditen von 25% zu "erwirtschaften"?

    Wie lange müssen ehrliche Menschen die für ihre Rente vorsorgen wollen
    noch zusehen wie ruchlose kriminelle Banker ihnen ihre Ersparnisse verspielen?

    Wie lange noch?

  • Sei haben ja völlig recht, aber die Millionen Menschen die in Armut, Elend und Leid gestürzt wurden, haben den Kurs der Politiker durch ihre Wahl bestätigt. Vielleicht ist demonstrieren auch nicht mehr zeitgemäß. Demonstrationen haben eh die Bankster nie interessiert. Wichtig ist doch, wie die Wahlbeteiligung zur Europawahl wird und wie das Ergebnis aussehen wird.

  • Was soll diese Strafe? Bezahlen doch eh die Steuerzahle, die Kunden, die kleinen Leute. Wenn die Strafe zu hoch ist, dann droht die Bank mit Pleite und schon kommt Frau Merkel mit ihrem Herrn Schäuble, es kommt Draghi und wie sie alle heißen und schieben die Koffer voller Steuergelder rüber. Die Menschen aber hättens in der Hand (gehabt). Solange nur vereinzelte Leute sich empören ist ja alles in Ordnungund

  • Quizfrage:
    Gab es in den letzten Jahren im Bankensektor eigentlich irgendein krummes Ding, wo die 'Deutsche Bank' ihre Finger nicht in irgendeiner Form mit drin hatte?
    Solange die verhängten Strafen letztlich auf die Kunden abgewälzt werden können werden sie nichts ändern.
    Auch fehlt mir jedes Verständnis für Zeitgenossen, die solch ein Geschäftsgebaren mit einem Schulterzucken abtun.
    Kaufmänner waren früher ehrbare Leute. Durch ihr wirken verbesserte sich die Situation ihres Umfeldes, darum waren Sie hoch geachtet. Kaufmannsehre war ein feststehender Begriff.
    Heutzutage wird der Profitmaximierung leider alles geopfert. Nicht alles, was man tun kann, sollte man auch tun. Diesen Satz hat man in gewissen Kreisen nie gehört.
    Ich finde, man sollte dieser AG den Namen verbieten, da ich mich als Deutscher wehre, mit diesem Haus und seinen Grundsätzen, und sei es nur über den Namen, in Verbindung gebracht zu werden. Dann schon lieber wie die andere deutsche Großbank, die sagt wenigstens ehrlich im Namen, worum es ihr geht.

  • Die Banken haben bestimmt 5ß-100 Milliarden an den Manipulationen verdient und bekommen eine "Rekordstrafe" ??? von 1,5 Milliarden - ein Witz hoch 3. Die Verantwortlichen müssten 10 Jahre hinter Gittern, diesen Nanken gehören alle Geschäfte verboten und ihr ganzes Kapital enteignet. Dieses dann unter Volks-und Raiffeisenbanken aufteilen. Die 1,5 Milliarden, die lachen sich doch tot und heute kommt schon ein weiteter Skandal heruas, an dem banken verwickelt sind. Nur hohe Haftstrafen ohne Bewährung und Abwicklung - dan hört das auf !

  • Das Strafgeld zahlen die doch aus der Portokasse! Solange keiner wirklich persönlich dafür haften muß, seinen Job mit Verlust der Boni usw verliert und ins Gefängnis muß, solange werden die Bänker auch weiterhin Absprachen führen, um die Zinssätze zu manipulieren. Es geht schließlich ums liebe Geld und das ist nun mal ihr Geschäft!

  • http://central.banktunnel.eu/20131204-0949-ecbint-pROOF-OF-LIFE.jpg

  • Wieso haften nicht die Vorstände und Aufsichtsräte persönlich ? Auch die WP-Händler sind in der persönlichen Haftung. Hier muss doch zwingend das Strafrecht greifen, Haftstarfen, Enteignungen und Wegfall der Altersversorgung. Was muss denn noch passieren, bis diese kriminellen Machenschafdten sanktioniert werden ? Nur weil Politiker in den Aufsichtsräten mitschuldig sind ? Nein, so dürfen diese Gangster nicht davonkommen.

  • Vor dem Gesetz sind alle gleich, nur die Bankster, Politiker, Lobbyisten, Großkapital haben Narrenfreiheit , dürfen das Volk b lügen, betrügen,, bestehlen, versklaven. Die korrupte Justiz und die Presse machen es möglich !

    Bananenstaat DE

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