Libor-Skandal: Schweizer Kartelluntersuchung auf Zielgerade

Libor-Skandal
Schweizer Kartelluntersuchung auf Zielgerade

Im Zuge der Libor-Affäre haben zahlreiche Großbanken in den USA, Großbritannien und der EU Milliardenstrafen gezahlt. Auch in der Schweiz könnten nun Strafzahlungen drohen. Das Verfahren steht wohl vor dem Abschluss.

ZürichDie Bußen-Serie wegen Manipulationen des Referenz-Zinses Libor neigt sich dem Ende. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg stehen sechs Banken in fortgeschrittenen Verhandlungen mit der Schweizer Wettbewerbsbehörde WEKO in dem Fall. Einvernehmliche Abkommen sollen den Angaben zufolge bis zum Sommer unter Dach und Fach sein.

Weko-Direktor Rafael Corazza wollte auf Anfrage zum Stand der Ermittlungen keine Angaben machen. Auch die betroffenen Banken gaben keine Kommentare zum Fall ab. Laut Finanzkreisen sei aber mit einer Einigung noch nicht in den kommenden Tagen zu rechnen.

Mit dem Abschluss des Verfahrens der Weko würden sich die seit vier Jahren laufenden internationalen Ermittlungen von Wettbewerbsbehörden und Justiz ihrem Ende nähern. Bisher haben Banken insgesamt neun Milliarden Dollar wegen der Zinsmanipulationen an Bußen bezahlt. In London stehen zudem beschuldigte Händler vor Gericht.

Bei dem Vorwurf geht es dabei, dass Händler von Banken die Eingaben zur Berechnung des Referenz-Zinses Libor manipuliert haben, um die Gewinne ihrer eigenen Handelspositionen zu maximieren. An den verschiedenen Libor-Sätzen hängen die Zinsen einer Fülle von Finanzverträgen, von Auto-Leasing-Verträgen bis hin zu Großkrediten.

Die Weko hatte ihre Untersuchung im Februar 2012 nach einer Selbstanzeige einer Bank eingereicht. Dem Vernehmen nach war dies UBS, die im Gegenzug von der Weko dafür begrenzte Immunität zugesichert bekommen hat.

Die Weko ermittelt nach eigenen Angaben gegen die Banken UBS, Credit Suisse, Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ, Citigroup, Deutsche Bank, HSBC, JP Morgan Chase, Mizuho Financial Group, Rabobank, Royal Bank of Scotland, Société Générale, und Sumitomo Mitsui Banking Corporation.

Als Maximalbuße kann die Schweizer Kartellbehörde zehn Prozent des Schweiz-Umsatzes der vergangenen drei Jahre verlangen.

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