Libor-Skandal
UBS muss 1,16 Milliarden Euro Strafe zahlen

Die Schweizer Großbank UBS zahlt 1,16 Milliarden Euro Strafe wegen des Libor-Zinsskandals. UBS-Chef Ermotti spricht von „unakzeptablen Verhalten bestimmter Mitarbeiter“. Für das laufende Quartal heißt das nichts Gutes.
  • 3

Die Verstrickung in den Libor-Skandal kommt die Schweizer Großbank UBS teuer zu stehen. Die größte Schweizer Bank zahlt eine Geldstrafe von etwa 1,4 Milliarden Schweizer Franken (1,16 Milliarden Euro) und wird deshalb im vierten Quartal einen Verlust von zwei bis 2,5 Milliarden Franken (1,7 bis 2,1 Milliarden Euro) schreiben, wie UBS am Mittwoch mitteilte. Die Strafe ist Bestandteil einer Einigung, die die Bank mit den Aufsichtsbehörden der USA, Großbritanniens und der Schweiz erzielte. UBS Japan wird sich den Angaben zufolge in einem Punkt schuldig bekennen, den Zinssatz Libor manipuliert zu haben. Damit werden deren Ermittlungen gegen die Bank im Zuge des Libor-Skandals eingestellt.

Bereits Tage zuvor kursierten Größenordnungen in Milliardenhöhe. Zuletzt war von Strafzahlungen von 1,6 Milliarden Euro die Rede.

Dutzende von Händlern und Mitarbeitern der Bank waren nach Erkenntnissen der Aufsichtsbehörden in die Manipulationen des Referenzzinses verwickelt. Sogar Schmiergeld wurde gezahlt, wie es im am Mittwoch veröffentlichten Untersuchungsbericht der britischen Aufsichtsbehörde FSA hieß. UBS habe in "schwerer Weise gegen Schweizerische Finanzmarktgesetze verstoßen", urteilte die Schweizer Bankenaufsicht FINMA, die die Libor-Aktivitäten der Bank von 2006 bis 2010 untersuchte. Das Kontrollsystem der Bank habe erhebliche Mängel aufgewiesen.

Auch bei der UBS fand die Schweizer Aufsicht keine Hinweise, dass das damalige Top-Management Kenntnisse davon hatte, was an der Libor-Front lief.

Die UBS-Zinshändler gingen offenkundig ohne Unrechtsbewusstsein zu Werke, wie von der FINMA und der FSA veröffentlichte Unterlagen zeigen. In mehr als 1100 E-Mails forderten Händler die für die Libor-Eingaben verantwortlichen UBS-Mitarbeiter zur Nennung höherer oder tieferer Werte auf. So fragte etwa ein Händler einen Libor-Eingeber, ob der Yen-Einmonats-Libor nicht tiefer angegeben werden könne, weil das günstig für seine Handelsposition wäre. "Klar, kein Problem", schrieb diese Person zurück. Der Händler bedankte sich und erklärte, er werde seine Position dann am Freitag darauf schließen können. Den Händlern ging es nach FINMA-Angaben um "beträchtliche Eigeninteressen".

UBS-Chef Sergio Ermotti sagte: "Während der Ermittlungen haben wir von einem Verhalten bestimmter Mitarbeiter erfahren, das nicht akzeptabel ist." Deren Fehlverhalten repräsentiere nicht die ethischen Standards der anderen Mitarbeiter. "Wir bereuen dieses unangemessene und unethische Verhalten sehr."

Seite 1:

UBS muss 1,16 Milliarden Euro Strafe zahlen

Seite 2:

Bankenwelt steht generell im Fokus der Ermittler

Kommentare zu " Libor-Skandal: UBS muss 1,16 Milliarden Euro Strafe zahlen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @hahamack sehr berechtigte Frage! Allerdings sind die Strafen welche die Bafin verhängen kann soviel ich weiss sehr klein. Aber Preisabsprachen sind ein Fall für die Kartellbehörden und die könnten sehr hohe Strafen verhängen. Aber dank unserer neo liberalen Regierung scheint die Finanzbranche bei uns und in der EU unter Naturschutz zu stehen. Abteilung für aussterbende Arten, weil zur Rettung ist man ja jederzeit und mit jeder Summe bereit.

  • Warum werden eigentlich Strafzahlungen nicht auch an deutsche, französische, niederländische..... Behörden geleistet, sondern immer nur an englische und amerikanische ? Betrogen wurde doch schließlich die ganze Welt !

  • ... ist doch nur Steuerzahlergeld - Bank ist doch Systemrelevant.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%