Libor-Skandal
UBS muss mit 1,6 Milliarden Dollar Strafe rechnen

Auf die UBS könnte im Libor-Skandal eine Strafe von 1,6 Milliarden Dollar zukommen. Es wäre die höchste jemals von der Schweizer Bank geleistete Strafe – und deutlich mehr als die britische Barclays zahlen musste.
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ZürichDie UBS AG steht offenbar vor einer Vergleichszahlung von 1,6 Mrd. Dollar (1,2 Mrd. Euro). Damit will die Schweizer Bank die Vorwürfe des amerikanischen Justizministeriums, der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), der britischen Finanzmarktaufsicht Financial Services Authority (FSA) und der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) beilegen, erklärte eine mit den Untersuchungen vertraute Person gegenüber Bloomberg.

Die Bank werde einräumen, dass 36 Händler zwischen 2005 und 2010 den Zinssatz Libor manipuliert haben, berichtete der „Tages-Anzeiger“ am Samstag unter Berufung auf nicht näher erläuterte Kreise. Am Donnerstag wurde berichtet, dass der Vergleich mit den amerikanischen und britischen Aufsichtsbehörden die UBS etwa eine Milliarde Dollar kosten dürfte.

Eine Ankündigung könne bereits am Dienstag kommen. Sollte sich die Zahlung auf die nun genannten 1,6 Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro) belaufen, wäre es die höchste jemals von der UBS geleistete Strafe. Eine Zahlung dieser Größenordnung entspräche außerdem mehr als dem Dreifachen des Betrags, den die britische Bank Barclays Plc im vergangenen Juni gezahlt hat, als sie die Zahlung von 290 Mill. Pfund (356 Mill. Euro) vereinbarte. Der Zahlung zugrunde lag ein Vergleich betreffend Vorwürfe der Libor-Manipulation durch ihre Mitarbeiter.

Im Rahmen der Ermittlungen wollen die US-Behörden Anklage gegen mehrere Banker erheben, wie eine andere mit den Vorgängen vertraute Person beschrieb. Dabei geht es um Manipulationen des Tokioter Interbankensatzes. Es wären die ersten Anklagen, die das amerikanische Justizministerium im Zusammenhang mit den Zinssatz-Manipulationen gegen Einzelpersonen erhebt.

Die Strafverfolgung soll gemeinsam mit einer Ankündigung von UBS Securities Japan Ltd. beginnen, in der sich die Japan- Tochter der größten Schweizer Bank der Manipulation japanischer Zinssätze ab 2007 schuldig bekennt, erklärte die informierte Person, die nicht namentlich genannt werden wollte.

Christoph Meier, ein Sprecher der UBS in Zürich, Liam Parker von der FSA und Tobias Lux von der Finma wollten zu der Summe nicht Stellung nehmen.

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Kein Schuldanerkenntnis von Barclays

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