Libor-Strafen
Deutsche Bank will kein Geld zurückstellen

Was kostet Manipulation am Geldmarkt? Die Deutsche Bank hat nicht vor, diese Frage im kommenden Quartalsbericht zu beantworten. Die Chefin der Bankenaufsicht fordert indes Rückstellungen für etwaige Schäden.
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BerlinDie Deutsche Bank wird einem Zeitungsbericht zufolge wegen des Libor-Zinsskandals kurzfristig wohl keine Rückstellungen für mögliche Strafzahlungen nennen. Die Zeitung "Die Welt" berichtete unter Berufung auf Finanzkreise, es soll nicht geplant sein, schon bei Vorlage der Quartalsergebnisse Ende Juli eine konkrete Zahl zu nennen, was die Manipulation am Geldmarkt kosten könne.

Es sei unüblich, in Rechtsstreitigkeiten in einem so frühen Stadium eine konkrete Zahl zu nennen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf gut informierte Kreise. Noch lasse sich der mögliche Schaden durch die Affäre nicht annähernd beziffern. Die Bank wollte sich der Zeitung zufolge auf Anfrage nicht äußern.

Die Chefin der Finanzaufsicht BaFin, Elke König, hatte zuvor im "Spiegel" gefordert, die Banken müssten für eventuelle Schäden Rückstellungen bilden. Auf die Deutsche Bank können nach Schätzungen von Morgan Stanley durch eine Strafe und mögliche zivilrechtliche Klagen Belastungen von mehr als eine Milliarde Dollar zukommen.

Das Institut hatte sich dazu nicht äußern wollen. Im Umfeld der Bank hieß es lediglich, noch sei es zu früh abzuschätzen, ob für das zweite Quartal bereits Rückstellungen gebildet werden müssten.

Weltweit ermitteln Behörden gegen mehr als ein Dutzend Großbanken, darunter auch das größte deutsche Geldhaus und die Schweizer UBS. Ihnen wird vorgeworfen, von 2005 bis 2009 durch falsche Angaben den Libor verzerrt zu haben. Der Satz wird einmal täglich in London ermittelt und beruht auf den von den Banken gemeldeten Refinanzierungskosten. Er ist Basis für weltweite Finanztransaktionen wie Hypotheken und Derivate im Volumen von mehr als 500 Billionen Dollar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Libor-Strafen: Deutsche Bank will kein Geld zurückstellen"

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  • Ich halte auch nichts von Rückstellungen in diesem Zusammenhang zu einem so frühen Zeitpunkt, jedenfalls eine namentliche Nennung in diesem Zusammenhang halte ich für ganz falsch.
    Sollen die Gerichte doch erst mal beweisen, was für Schäden wirklich entstanden sind und welche Strafen sie aussprechen wollen.

  • die verantwortlichen der DEUTSCHEN ,die DEUTSCHE kann gar nix,will nix,meint nix.

    immer sind es die verantwortlichen. in dem fall die vorstände.

    den aufsichtsräten kann man nur anraten,sich den sachverhalt genauer anzuschauen,denn mögliche schadensersatzansprüche können drohverluste auslösen,die die bonität des geldhauses bedrohen und eine weitere herabstufung im rating auslösen und damit die zukunft des geldhauses in frage stellen.

    schließlich haften aufsichtsräte auch mit.

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