Libor-Zinsskandal
Ehemaliger RBS-Händler erhebt Vorwürfe

Ein Ex-Händler der Royal Bank of Scotland klagt in Singapur gegen seinen Rauswurf und erhebt schwere Vorwürfe gegen die Bank. Händler hätten versucht, nach eigenem Gutdünken den Referenzzinssatz Libor zu verzerren.
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SingapurIm Banken-Skandal um Zinsmanipulationen erhebt ein früherer Händler der Royal Bank of Scotland (RBS) Vorwürfe gegen das britische Institut. In jetzt bekannt gewordenen Gerichtsunterlagen beschreibt der Ex-Mitarbeiter Tan Chi Min, wie Händler des Hauses versucht haben sollen, den Referenzzinssatz Libor zu verzerren. Er habe dabei den Eindruck bekommen, bei der RBS könne im Prinzip jeder den Zins nach eigenem Gutdünken verändern.

Der Händler klagt in Singapur gegen seine Entlassung, die er für unbegründet hält. Er fordert entgangene Boni ein. Die Bank bestreitet die Vorwürfe und betont, Tan sei wegen groben Fehlverhaltens entlassen worden. Die Bank hatte ihn wegen der Libor-Manipulation im November 2011 vor die Tür gesetzt. Eine Sprecherin bekräftigte, dass die RBS einige Mitarbeiter in Folge der Libor-Untersuchungen entlassen habe. Das Institut arbeite weiter eng mit den Behörden zusammen.

Weltweit sind wegen des Skandals mehr als ein Dutzend Großbanken im Visier der Ermittler, darunter auch die Deutsche Bank und die RBS. Die Untersuchungen konzentrieren sich auf mehrere Ringe von Händlern, die den Libor und andere Referenzzinssätze verzerrt haben sollen, um Gewinne einzustreichen.

Die Sätze, die auf den Angaben der Institute zu ihren Refinanzierungskosten beruhen, sind die Basis für Finanztransaktionen in Billionen-Höhe. Einige Anleger klagen in dem Zusammenhang in den USA bereits auf Schadenersatz. Die britische Bank Barclays hatte als Erste ein Fehlverhalten von Händlern eingeräumt und muss eine Strafe von fast einer halben Milliarde Dollar zahlen.

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