Liechtenstein
Der nicht ganz so glänzende Platz für Fonds

Das Fürstentum Liechtenstein bewirbt sich als Fondsplatz mit goldener Zukunft. Doch ein weiteres Bankenproblem wirft einen Schatten auf die Initiative. Betroffen ist auch eine deutsche Industriellenfamilie.
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DüsseldorfKlaus Tschütscher strahlt und rückt seine Krawatte zurecht. Der Regierungschef von Liechtenstein lässt sich gern so für die Zeitung ablichten. Sein Bild untermalt einen Beitrag über Liechtenstein als Fondsplatz mit goldener Zukunft. Ziel der Initiative seiner Regierung sei es, so sagt der gelernte Jurist, „den Fondsplatz Liechtenstein innerhalb und außerhalb des europäischen Wirtschaftsraums vollumfänglich und gleichberechtigt am Wettbewerb teilnehmen zu lassen.“

Wahrend Klaus Tschütscher an seiner Initiative werkelt, werkeln in seinem kleinen Land andere daran, dass Liechtenstein noch länger nicht vollumfänglich am Wettbewerb teilnimmt. Das Land, dessen wichtigste Bank, die fürstliche LGT, im vergangenen Jahr nach dem Einspruch der deutschen Finanzbehörden nicht die BHF-Bank in Frankfurt übernehmen durfte, hat sein nächstes Bankenproblem. Diesmal geht es um die Bank Pasche, einem Genfer Vermögensverwalter mit Tochterfirmen in Montevideo, Zürich, Dubai und eben auch Liechtenstein. Sie weigert sich seit drei Monaten, so jedenfalls lautet der Vorwurf ihres größten Kunden, etwa 20 Millionen Euro an Kundengeld, das ihr als Depotbank anvertraut war, freizugeben.

Die Staatsanwaltschaft in Vaduz hat den Fall an die Liechtensteiner Finanzmarktaufsicht weitergegeben. Dort allerdings ist mit Michael Lauber im vergangenen Jahr jemand, der die Reformen auf dem Finanzplatz voranbringen wollte, weggegangen. Lauber ist heute Bundesanwalt in Bern und damit höchster öffentlicher Ankläger in der Schweiz. Sein Nachfolger in Liechtenstein heißt Urs Philipp Roth-Cuony und ist bislang nicht durch Initiativen aufgefallen. Im Fall Pasche gibt sich sein Sprecher einsilbig. „Wir nehmen unsere Aufgabe als Aufsichtsbehörde wahr“, sagt er.

Zu spüren ist davon allerdings wenig, meint der Liechtensteiner Vermögensverwalter VTM, der im Auftrag vermögender Kunden rund eine Milliarde Euro verwaltet. VTM hatte einen Teil dieser Kundengelder dem britischen Händlerhaus MF Global anvertraut. Allerdings wandten sich die Vermögensverwalter nicht direkt an den Londoner Broker, sondern schalteten die Bank Pasche als Depotbank ein. Die Bank trat als Treuhänder der Eigentümer auf. Wie bei jedem Fonds üblich, hätte sie das ihr anvertraute Geld als Sondervermögen verwalten und absichern müssen. Im Oktober des vergangenen Jahres meldet MF Global die Planinsolvenz an. Die Anleger der VTM-Fonds wandten sich also nun an die Bank Pasche mit der Bitte die betroffenen Fondsanteile zurückzugeben.

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  • Werter Herr Stock, mit Verlaub: Sie haben von dem Thema über das Sie schreiben nicht die geringste Ahnung, und haben sich offenkundig nichtmal versucht damit auseinander zu setzen. Daß Sie hier selbst die ausgelutschte BHF Story bemühen, die mit dem "Thema" nichtmal im Ansatz etwas zu tun hat, ist fast peinlich. Der Kern der Geschichte ist ganz banal und wenig spektakulär zusammen gefasst. VTM als unfähiger Asset Manager hat versagt und will das Thema wem anders in die Schuhe schieben. VTM hat zudem eine eigene Fondsleitung, die sich auch seit Jahren durch miserable Ergebnisse auszeichnet, und von der Finanzmarktaufsicht (die VTM in ihrem Bericht selber angreift) mehrfach abgemahnt wurde. Make a long story short: bei einer Insolvenz sind Anteile nunmal nicht handelbar, weil keiner sie kaufen will. Nicht die Schuld der Bank. Pasche ist fraglos ein diletantischer Sauladen, aber hier definitiv unschuldig.

    Für Ihre eigene Fehlleistung, Herr Stock, sollten Sie sich schämen! Nicht ein Aushängeschild, wie es das meist erstklassige Handelsblatt sich leisten sollte.

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