Liveblog – Tagung „Banken im Umbruch“

„Sanft die Zinsen erhöhen? Geht nicht!“

Niedrigzinsen, niedrige Margen und Digitalisierung waren die großen Themen auf der Handelsblatt-Tagung „Banken im Umbruch“. Doch nicht nur die EZB, auch die Deutsche Bank sorgte einmal mehr für Schlagzeilen.
Update: 01.09.2016 - 16:35 Uhr 20 Kommentare
Banken im Umbruch

FrankfurtDas „Who is who“ der europäischen Finanzszene diskutiert auf der 21. Handelsblatt Jahrestagung „Banken im Umbruch“. Für den größten Wirbel sorgten an Tag eins allerdings Gerüchte über eine mögliche Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank. An Tag zwei sprechen Spitzenbanker wie UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber, DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch und Postbank-Chef Frank Strauß. Auch Finanzaufseher Felix Hufeld, Präsident der Bafin, spricht im Frankfurter „Kap Europa“. Ein Thema: Wie schlagen die Negativzinsen auf Bankergebnisse durch.

  • Der Verwaltungsratspräsident der UBS, Axel Weber, mahnt vor allzu festem Glauben in die Geldpolitik und Übertreibungen an den Aktienmärkten
  • DZ-Bank-Chef Kirsch: Paydirekt, das deutsche Pendant von Paypal, ist kein Flop
  • Postbank-Chef Frank Strauß räumt ein, dass seine Bank nach der Finanzkrise die Kunden zwischenzeitlich aus den Augen verloren habe
  • Bafin-Präsident Felix Hufeld hält Fusionen für kein Allheilmittel, möchte sich aber nicht näher zum möglichen Großmerger zwischen Deutsche Bank und Commerzbank äußern.
  • Helaba-Chef Herbert Hans Grüntker will nicht Bargeld horten, um sich vor Verlusten durch Negativzinsen zu schützen
Das Branchentreffen in Frankfurt. Quelle: Euroforum
21. Handelsblatt Jahrestagung

Das Branchentreffen in Frankfurt.

(Foto: Euroforum)

Die vierte Sinfonie von des österreichischen Komponisten Anton Bruckner setzt den Schlussakkord der 21. Handelsblatt Jahrestagung „Banken im Umbruch“.

Damit gehen zwei turbulente Tage zu Ende, bei der schmelzende Erträge und Niedrigzinsen zwar erneut eine tragende Rolle spielten. „ Aber nicht nur die EZB ist immer wieder für Schlagzeilen gut, sondern, wie wir auch in diesem Jahr wieder erfahren haben, auch die Deutsche Bank“, resümiert der Ressortleiter Finanzen des Handelsblatts, Daniel Schäfer.

Denn Spekulationen über eine mögliche Fusion der beiden größten deutschen Privatkunden zogen sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung. Deutsche Bank-Chef John Cryan bestätigte zwar, sich mit Martin Zielke getroffen zu haben. Doch Fusionspläne dementierte er. Nach Partnern schaue er sich auf dem deutschen Markt derzeit nicht um.

Während DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch der Idee schon etwas abgewinnen könnte, winkt Bafin-Chef-Hufeld nur ab: Mit solch hypothetischen Problemen beschäftige er sich nicht. Fusionen seien ohnehin kein Allheilmittel.

Ein Allheilmittel suchen so einige Institute hingegen in der Digitalisierung. Das große Schlagwort lautet: Big Data. Das große Mantra: Den Kunden näher kommen. Mithilfe von Daten Produkte maßschneidern. Das Problem nur: Wenn es um den technischen Fortschritt geht, sind viele Fintechs den großen Instituten voraus.

Doch wo sonst von Herausforderern, Attacken und allerlei Feindseligkeiten die Rede ist, schien die Stimmung auf der Bankentagung deutlich harmonischer. Klar war auch davon die Rede, Techniken da zu kopieren, wo kein Kooperationswille da ist. Doch generell schienen die beiden Parteien stärker aufeinander zuzugehen. „Wir brauchen einander“, sagte etwa John Flint, der bei der britischen Großbank HSBC das Geschäft mit Privatkunden und die Vermögensverwaltung leitet. Für all jene, die dann doch noch miteinander fremdeln, gab es die Möglichkeit zum „Speeddating“.

Bevor schließlich der Dirigent Ulrich Gansch den Bankenchefs Tipps gab, wie man so einen Großkonzern denn richtig dirigiert, kam Leonhard Fischer, der einst jüngste Vorstand der Dresdner Bank und nun Verwaltungsratsmitglied des Schweizer Rohstoffkonzern Glencore, noch einmal auf den Niedrigzins zu sprechen. Im Gegensatz zum Gros der Banker nahm er EZB-Präsident Mario Draghi in Schutz: „Ich wüsste nicht, was er hätte anders machen sollen.“

Dafür hatten die Banker zuvor reichlich Ideen. Die meistvertretene: Sanft die Zinsen erhöhen. Und zwar jetzt. Fischer überzeugt das nicht: „Sanft die Zinsen erhöhen? Das ist so, wie sanft mit jemandem Schluss machen. Das Ergebnis wird immer unsanft sein. Da können Sie machen, was Sie wollen.“

Sanft Schluss machen geht nicht
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20 Kommentare zu "Liveblog – Tagung „Banken im Umbruch“: „Sanft die Zinsen erhöhen? Geht nicht!“"

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  • Ralph S.17.08.2016, 15:55 Uhr
    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

  • Ralph S.25.08.2016, 12:45 Uhr
    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

  • @Herr Marc Hofmann, 01.09.2016, 14:30 Uhr:

    „..einen richtigen Fortschritt wird es nur mit der Kernkraft/Technik geben alle anderen Energieträger haben diesbezüglich kein Weiterentwicklungspotential.“ - „Die EE sind tiefstes Mittelalter. Damit gewinnen Sie nicht sondern verlieren ihren Wohlstand und ihr modernes Leben. Danke!“


    Danke wofür? Mich überzeugen Sie mit dem, was Sie da schreiben, ganz bestimmt nicht.

    Aus meiner Sicht ist das genaue Gegenteil der Fall: Kernkraft wird hoffentlich bald passé sein (der strahlende Müll dürfte uns aber noch eine ganze Weile beschäftigen),und den EE gehört die Zukunft.

  • Eine Marktbereinigung wäre hingegen schon ein effizientes Allheilmittel.

  • @Herr Marc Hofmann

    und an dieser Stelle zum wiederholten Mal zum Thema Kernkrafttechnologie: Deutsche Unternehmen haben sichausdem Bau von Kernkraftwerken verabschiedet.

  • @Herr Marc Hofmann

    "dass die marktfähigen Kohle, Gas und Kernkraftwerke wirtschaftlich und technisch Insolvenz anmelden müssen"

    Nur mal so zu Kohlekraftwerken:Der Abbau der deutschen Steinkohle wurden in Spitzenzeiten mit ca. 80.000 Euro pro Kumpel subventioniert., unabhängig der Subventionen für den Bau und Betrieb der Kohlekraftwerke.

    Bei den Atomkraftwerken gibt es sehr differente Zahlen. Nach einem Bericht der Bundesregierung sollte bis 2010 eine Summe von 200 Mrd. Euro erreicht worden sein.

    So kann jeder so genannte Marktfähigkeit erzielen.

  • LIVEBLOG – TAGUNG „BANKEN IM UMBRUCH“
    „Die Finanzwelt fundamental umkrempeln“

    .......

    EUROPA BRAUCHT EINEN " EU-GENERAL-ARBEITSMINISTER IN BRÜSSEL BEI DER EU !!!!

    Und solange dieses nicht geschieht...werden 500 MILLIONEN EUROPÄER NIEMALS AUFSCHWUNG ERLEBEN...

    und wo es keinen Aufschwung gibt da gibt es einen Rückgang...

    und dann kann die Finanzwelt Strichmännchen malen...und braucht keine Neue Pläne durchdenken...

    weil die GESUNDE BASIS FÜR EINE GESUNDE FINANZWELT...IST ARBEIT UND EINKOMMEN FÜR VIELE...

    momentan sind aber viele Arbeitslos in EUROPA !


    Von nichts ...kommt noch weniger in Arbeit und somit noch schlimmere finanzielle Strukturen !


    EU...IN BRÜSSEL...WACH AUF....wozu verdienen die Politiker in brüssel so viele Steuergelder ?

    Ohne Arbeit...keine Löhne...ohne Löhne keine Steuern...ohne Steuergelder kein geld für Politiker !!!

  • @Annette Bollmohr
    Machen Sie sich halt nichts vor! Lassen Sie einfach das Zwangsabgabensubventionsgesetz = EEG weg und Sie werden sehen wie Ihr mitteralterliche Technik Von Windmühlen und Sonneneinfänger in sich zusammenbrechen.
    Forschung und Entwicklung...einen richtigen Fortschritt wird es nur mit der Kernkraft/Technik geben alle anderen Energieträger haben diesbezüglich kein Weiterentwicklungspotential.
    Sie wollen bei der Stromerzeugungsgroßtechnik mitsprechen aber halten sich bei der Minderwertigkeitstechnik von Wind und Sonne auf. Der Fortschrit nach Wind und Sonne ist die Kohle, das Oel, das Gas und danach kommt das Uran bzw. Thorium.
    Die EE sind tiefstes Mittelalter. Damit gewinnen Sie nicht sondern verlieren ihren Wohlstand und ihr modernes Leben. Danke!

  • @Herr Marc Hofmann, 01.09.2016, 13:45 Uhr

    "Die EE basieren auf den Zwangssubventionsabgabengesetz"

    Blödsinn. Die EE basieren auf Forschung + Entwicklung und Innovationsgeist und sonst gar nichts.

    Wie man ihnen zur Geltung verhilft, ist eine ganz andere Frage.

  • @Annette Bollmohr
    Sie haben es nicht kapiert. Die EE basieren auf den Zwangssubventionsabgabengesetz EEG und dieses Gesetz ist wiederum dafür verantwortlich, dass die marktfähigen Kohle, Gas und Kernkraftwerke wirtschaftlich und technisch Insolvenz anmelden müssen.
    Windmühlen und Photovoltaik basieren auf einen marktfeindlichen Subventionsgesetz = EEG. Laufen die Subventionen aus, weil der Bürger die Strompreise und Steuerabgaben in Deutschland nicht mehr stemmen kann so wird die EE-Branche in sich zusammenbrech...weil eben NICHT Makrtfähig.
    Sie werden es noch erleben....wie der Wohlstand und das zivile Leben in Deutschland durch diese Energiewende = EEG zusammenbrechen wird.
    Dann ist Schluss mit Lustig!

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