Lloyds
Britische Großbank zahlt wieder Dividende

Die britische Großbank Lloyds war vor der Finanzkrise für ihre hohen Ausschüttungen bekannt. Seit der staatlichen Rettung gingen Aktionäre allerdings leer aus. Das soll sich nun wieder ändern.
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LondonDie britische Großbank Lloyds zahlt erstmals seit der staatlichen Rettung in der Finanzkrise wieder eine Dividende. Nach einem überraschend kräftigen Gewinnanstieg von 26 Prozent auf 7,8 Milliarden Pfund (rund 10,4 Milliarden Euro) im vorigen Jahr und einer Stärkung der Kapitaldecke sei die Zeit nach sechs Jahren wieder reif für eine Ausschüttung an die Aktionäre, erklärte das Institut am Freitag. Damit kommt das Geldhaus einem Ausstieg des Staates einen entscheidenden Schritt näher. Denn die Rückkehr zu einer Dividende dürfte der Regierung Experten zufolge dabei helfen, ihre restlichen Lloyds-Anteile zu attraktiven Preisen zu verkaufen.

„Das heutige Ergebnis ist ein weiterer großer Meilenstein bei der Erholung der britischen Wirtschaft von der schweren Rezession und den Banken-Rettungen“, sagte Finanzminister George Osborne. Die Regierung wird eine Dividende von 130 Millionen Pfund erhalten, die sie zum Schuldenabbau nutzen will. Der Staat hatte die Bank in der Krise von 2007 bis 2009 mit Steuergeldern in Höhe von 20 Milliarden Pfund vor dem Aus bewahrt. Dafür stieg er mit 41 Prozent bei dem Institut ein. Dividenden waren deswegen seit 2008 tabu. Inzwischen reduzierte die Regierung ihren Anteil schrittweise auf knapp unter 24 Prozent, was bislang fast acht Milliarden Pfund in die Staatskasse spülte.

Die Bank, die vor der Finanzkrise für vergleichsweise hohe Ausschüttungen bekannt war, hatte bei der Ankündigung des Dividenden-Comebacks im vergangenen Jahr von einem moderaten Niveau gesprochen. Für 2014 sollen nun 0,75 Pence je Aktie an die Anleger gehen. Mittelfristig sollen es mindestens 50 Prozent des bereinigten Gewinns sein. „In dem Bewusstsein, dass wir noch mehr tun müssen, beginnen wir aus einer Position der Stärke mit der nächsten Phase unserer Strategie“, sagte Vorstandschef Antonio Horta-Osorio.

Lloyds ist zwar bei der Erholung von der Finanzkrise ein gutes Stück weiter als die ebenfalls vom Staat gerettete Royal Bank of Scotland. Diese hatte am Donnerstag für 2014 erneut einen Milliarden-Verlust ausgewiesen und ist noch weit davon entfernt, dass sich die Regierung von ihrem Anteil von fast 80 Prozent trennt. Allerdings hat auch Lloyds noch nicht alle Probleme gelöst. Die Bank legte nun weitere 700 Millionen Pfund zur Entschädigung von Kunden zurück, denen Versicherungspolicen verkauft wurden, die sie gar nicht brauchten. Insgesamt muss Lloyds damit für diesen Skandal schon über zwölf Milliarden Pfund aufbringen - mehr als jede andere britische Bank.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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