Lloyds-Filialtochter
TSB hofft noch vor Börsengang auf Käufer

Im Sommer 2014 will Lloyds-Filialtochter TSB an die Börse gehen. Mit 4,5 Millionen Kunden und einem Marktanteil von 4,3 Prozent, wäre TSB die achtgrößte Bank Großbritanniens. Vorher will die Bank aber einen Käufer finden.
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LondonDie von der britischen Bank Lloyds abgespaltene Filial-Tochter TSB hofft noch vor ihrem für Sommer 2014 geplanten Gang an die Börse auf einen Käufer. „Natürlich kann es sein, dass einer kommt und sagt, das ist ein fantastisches Unternehmen, und wir machen euch ein Angebot dafür“, sagte TSB-Chef Paul Pester am Montag in London. Unter der 200 Jahre alten Marke TSB, die Lloyds vor 18 Jahren aufgegeben hatte, firmieren seit Montag 600 Bankfilialen, die Lloyds auf Geheiß der EU-Kommission verkaufen muss. Die EU hatte dies als Zugeständnis für die 45 Milliarden Pfund an Staatshilfen verlangt, die die Bank in der Finanzkrise bekommen hatte.

Ein Verkauf von TSB an die Co-operative Bank war im April wegen Zweifeln an der Finanzkraft des potenziellen Käufers gescheitert. Nun hat Lloyds die Filialen erst einmal ausgegliedert. TSB allein kommt auf 4,5 Millionen Kunden und wäre mit einem Marktanteil von 4,3 Prozent Großbritanniens achtgrößte Bank.

Nach dem Börsengang werde Lloyds schrittweise aussteigen, sagte Lloyds-Privatkunden-Chefin Allison Britton der Nachrichtenagentur Reuters. „Das wird schnell gehen. Wir haben uns diverse Ziele gesetzt – je schneller wir das alles schaffen, desto besser. Das ist eine ausbalancierte, stark kapitalisierte und inlandsorientierte Bank mit einem guten Vertriebsnetz“, sagte Britton. „Ich glaube, das wird eine tolle Aktie – aber es hängt alles eines Tages vom Markt und vom Preis ab.“ Bis zum Börsengang werde TSB am langen Arm der Mutter geführt. „Sie können Preisänderungen für Produkte vorschlagen – aber ich muss sie genehmigen. Das gleiche gilt für ihren Risikoappetit.“

Die starke Konzentration in der britischen Bankenbranche ist nach Ansicht von Politikern einer der Gründe für Fehlverhalten und mangelhafte Standards der Banken, die der Finanzaufsicht in Großbritannien seit längerem ein Dorn im Auge sind. Den Markt teilen sich im Wesentlichen Lloyds, RBS, Barclays und HSBC, die zusammen drei Viertel aller Privatkonten verwalten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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