Lone Star erhielt 871 Millionen zur Rettung der Hypothekenbank: AHBR will sich von zwei Sparten trennen

Lone Star erhielt 871 Millionen zur Rettung der Hypothekenbank
AHBR will sich von zwei Sparten trennen

Die ehemals gewerkschaftseigene Allgemeine Hypothekenbank Rheinboden (AHBR) will sich von zwei ihrer Sparten trennen. Damit sei auch ein Stellenabbau verbunden, der allerdings noch nicht beziffert werden könne, teilte das Ende 2005 durch Einspringen eines Investors gerettete Finanzhaus am Freitag in Frankfurt mit.

HB FRANKFURT/MAIN. Künftig will sich die Hypothekenbank auf die Finanzierung gewerblicher Immobilien konzentrieren und die Staats- und private Immobilienfinanzierung aufgeben.

Die Bank beschäftigt derzeit rund 350 Mitarbeiter. Die Staatsfinanzierung macht fast die Hälfte der Bilanzsumme aus, allerdings arbeitet in der Sparte nur ein Bruchteil der Beschäftigten. Prognosen zum Stellenabbau seien daher schwierig, betonte ein Sprecher. Außerdem sollen im Zuge der Umstrukturierung neue Spezialisten eingestellt werden.

Die Fondsgesellschaft Lone Star, bisher bekannt für den Ankauf Not leidender Kredite, hatte die AHBR übernommen. Dafür hatte sich nach eigenen Angaben von den Alteigentümern zusätzlich eine „Mitgift“ von 871 Mill. Euro erhalten.

Ohne den Einstieg des Investors würde die AHBR nicht mehr bestehen, sagte Karsten von Köller, Vorstandsvorsitzender der AHBR und Lone-Star-Deutschlandchef, am Freitag in Frankfurt. Der Finanzinvestor werde der Bank 1,1 Mrd. Euro neues Kapital der Bank zuführen. 871 Mill. Euro hiervon seien der „negative Kaufpreis“. Das heißt: Lone Star erhielt diesen Betrag, um die Bank zu retten. Kurz vor der Übernahme hatte die Allgemeine Hypothekenbank Rheinboden (AHBR), die 2001 wegen Zinsspekulationen in Schieflage geraten war, selbst eine Liquidation nicht mehr ausgeschlossen. Es wäre die größte Bankenpleite in Deutschland seit dem Kollaps der Herstatt-Bank 1974 gewesen.

Vor der Übernahme durch Lone Star war die AHBR mehrheitlich im Eigentum der Gewerkschaftsholding BGAG. Anteile hielt zudem die mittlerweile von der Postbank übernommene BHW, an der wiederum neben der BGAG der Deutsche Beamtenbund beteiligt war. Alle drei hatten nach Informationen mehrerer mit der Situation vertrauter Personen bereits vor dem Verkauf rund 600 Mill. Euro zur Abschirmung von Risiken in einen Treuhänderfonds eingebracht. Die BGAG selbst habe damals 383 Mill. Euro beigesteuert, sagte ein Beteiligter. Der gesamte Fonds sei im Zuge der Transaktion an Lone Star weitergegeben worden.

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