Lone Star: „Unsere Arbeit bei der IKB ist erledigt“

Lone Star
„Unsere Arbeit bei der IKB ist erledigt“

Der Finanzinvestor Lone Star stellt die Deutsche Industriebank (IKB) zum Verkauf. Das Handelsblatt sprach mit dem Europa-Chef des US-Fonds Bruno Scherrer. Der Aufsichtsratschef über Fortschritte der Bank, ausreichende Staatsgarantieren und mögliche Fusionspläne.
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Handelsblatt: Herr Scherrer, zwei Jahre nach der Übernahme durch Lone Star schreibt die IKB immer noch Verluste. Würden Sie die Bank heute noch einmal kaufen?

Bruno Scherrer: Auf jeden Fall. Wir wussten, dass die Bereinigung der Bank zu massiven Verlusten führen wird. Die IKB war ein sehr, sehr kranker Patient. Der benötigt auch eine sehr harte Therapie. Wir würden die IKB heute wieder kaufen.

Handelsblatt: Welche Fortschritte haben Sie denn erzielt?

Scherrer: Die Bank ist heute besenrein. Die Bilanz wurde deutlich um Altlasten reduziert: Toxische Papiere wurden verkauft, Risikoaktiva abgebaut. EU-Auflagen sind bereits zu rund 90 Prozent umgesetzt, wobei die volle Erfüllung der Auflagen fristgerecht erwartet wird. Aus den Auslandsmärkten haben wir uns zurückgezogen. Zugleich haben wir die Bilanzsumme um ein Viertel geschrumpft. Die Fortschritte sind greifbar.

Handelsblatt: Und dennoch ist die Bank ohne staatliche Garantien von zehn Mrd. Euro gar nicht allein lebensfähig. Sollte man sie nicht besser gleich abwickeln?

Scherrer: Wir bewegen uns noch immer nicht in einem normalen Marktumfeld. Und ich bezweifele auch, dass die Refinanzierungskosten das Entscheidende sind, wenn es um die Überlebensfähigkeit der Bank geht. Vor der Krise gab es fast unendlich Liquidität, trotzdem war die IKB alles andere als gesund. Ich bin davon überzeugt, dass sich eine saubere, transparente und profitable Bank in Zukunft am Markt wieder refinanzieren kann.

Handelsblatt: Und die Staatsgarantien reichen jetzt aus?

Scherrer: Ja, definitiv. Wenn es nicht zu neuen, unvorhersehbaren Turbulenzen an den Märkten kommt, brauchen wir keine weitere Hilfe vom Staat.

Handelsblatt: Trotzdem: Diese Bank wird nie lebensfähig sein ...

Scherrer: Da bin ich anderer Meinung. Die IKB wird in drei, womöglich auch schon zwei Jahren substanzielle Gewinne erwirtschaften, wobei die Gewinnzone bereits früher erreicht wird. Und die IKB wird in der Lage sein, sich zu refinanzieren.

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