Loveparade-Entschädigungen
Axa stellt 10 Millionen Euro zurück

Als Versicherer der Loveparade hat Axa Rückstellungen in Höhe von 10 Millionen Euro gebildet. Das ist für den Deutschland-Ableger des französischen Branchenriesen eine sehr hohe Summe.
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KölnDer Versicherungskonzern Axa hat wegen der Loveparade-Katastrophe Rückstellungen in Höhe von 10 Millionen Euro gebildet. Das sagte ein Axa-Sprecher bei der Bilanzvorstellung am Donnerstag in Köln. „Wir sind noch immer in Gesprächen und wollen zügig zu einer Regulierung kommen.“ Konkretere Angaben dazu wolle er zum jetzigen Zeitpunkt nicht machen. Die Axa ist der Versicherer des Loveparade-Veranstalters Lopavent. Bei dem Techno-Spektakel waren im vergangenen Juli in Duisburg 21 junge Menschen ums Leben gekommen, Hunderte wurden verletzt. 

Die deutsche Tochter des französischen Versicherers Axa ist im vergangenen Jahr leicht gewachsen, hat dabei aber vor allem vom umstrittenen Geschäft mit Einmalbeiträgen profitiert. Axa steigerte die Beitragseinnahmen um 1,2 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte das Plus noch bei 4,5 Prozent gelegen. Dafür wurde der Versicherer deutlich profitabler: Das Konzernergebnis fiel mit 413 Millionen Euro fast dreimal so hoch aus wie im Vorjahr.

Im wichtigsten Geschäftsfeld Vorsorge legte das Beitragsaufkommen um knapp zwei Prozent auf 4,6 Milliarden Euro zu. Das Geschäft gegen laufende Beiträge ging dabei allerdings zurück, nur das Geschäft gegen Einmalbeiträge nahm um 14,3 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro zu.

Das Geschäft mit Einmalbeiträgen ist in der Branche umstritten. Dabei zahlen Kunden auf einen Schlag eine größere Summe in die Lebensversicherung ein, anstatt kontinuierlich Beiträge zu zahlen. Kritiker monieren, dass die Versicherer so Bank spielen und dabei riskieren würden, dass die Kunden die Gelder auch wieder schnell abziehen können.

In der Schaden- und Unfallversicherung verzeichnete Axa ein Minus. Das Beitragsaufkommen ging um ein Prozent auf 3,5 Milliarden Euro zurück. Axa führte dies auf konjunkturelle Einflüsse und den heftigen Preiswettbewerb zurück. Da im Firmenkundengeschäft viele Verträge an die Umsatzentwicklung gekoppelt seien, hätten die schlechten Unternehmenszahlen im Krisenjahr 2009 ein geringeres Beitragsaufkommen im Folgejahr nach sich gezogen. Außerdem habe man sich von unwirtschaftlichen Teilen des Heilwesen-Haftpflichtversicherungsgeschäfts getrennt.

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