Lukrative Beratungs-Mandate: Kampf von Sanofi und Aventis ist Goldgrube für Investmentbanken

Lukrative Beratungs-Mandate
Kampf von Sanofi und Aventis ist Goldgrube für Investmentbanken

Fünf Geldhäuser profitieren vom Tauziehen um eine Übernahme. Es geht um Honorare von rund100 Millionen Euro.

mm FRANKFURT/M. Die Übernahmeschlacht rund um den französisch-deutschen Chemiekonzern Aventis ist nach langer Dürre im Geschäft mit Fusionen ein wahres Fest für die beteiligten Investmentbanken. Brancheninsider gehen davon aus, dass der Angreifer Sanofi-Synthélabo und der Verteidiger Aventis am Ende der Auseinandersetzung einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag an ihre Investmentbanken überweisen werden.

Feindliche Übernahmen sind für Investmentbanken auch deshalb so lukrativ, weil die Kontrahenten dazu tendieren, Investmentbanker en Masse zu mandatieren, frei nach dem Motto, „wer mich berät, kann meinem Gegner nicht zu Hilfe eilen“.

So wird der lukrative Honorarkuchen auch im Übernahmefall Sanofi–Aventis in viele Stücke geteilt: Sanofi-Chef Jean-Francois Dehecq hat sich die Dienste von BNP Paribas und Merrill Lynch gesichert. Diese beiden Banken haben Sanofi auch eine Kreditlinie über 12 Mrd. Euro zur Finanzierung des insgesamt rund 47 Mrd. Euro schweren Angebots eingeräumt. Auf der Verteidigerseite stehen Rothschild, Goldman Sachs und Morgan Stanley. Ein Name, den viele auf der Liste erwartet hatten, fehlt allerdings: Den Investmentbankern von Lazard wurde zum Verhängnis, dass sie in der Vergangenheit mehrere große Transaktionen für Aventis und Sanofi betreuten. Die engen Kontakte zu beiden Kontrahenten führten jetzt zu einem Interessenskonflikt, der ein Mandat verhinderte.

„Im vergangenen Jahr kassierten die Banken bei Übernahmen mit einem Wert von mehr als 1 Mrd. Euro im Schnitt ein Honorar von etwa 0,25 Prozent des Transaktionsvolumens“, sagt ein Frankfurter Investmentbanker. Im Fall von Sanofi wären das rund 118 Mill. Euro. „Es kann aber auch weniger sein, bei so großen Transaktionen wird üblicherweise eine Obergrenze für die Honorare vereinbart“, sagt der Banker. Ein dreistelliger Millionenbetrag sei angesichts der Zahl der beteiligten Banken und der Bedeutung der Transaktion aber sehr wahrscheinlich. „Bei so einem wichtigen Deal arbeiten die Institute nicht mit Rabatt.“

In den vergangenen drei Jahren war der internationale Markt für Fusionen und Übernahmen nach dem Platzen der Börsenblase drastisch eingebrochen. Von 2,8 Bill. Dollar im Jahr 2000 sackte das weltweite Transaktionsvolumen auf 1,4 Bill. Dollar im vergangenen Jahr ab. In der Krise gerieten auch die Honorare der Investmentbanken deutlich unter Druck. Die harte Konkurrenz brachte einige Geldhäuser dazu, für deutlich geringere Honorare zu arbeiten, wenn sie sich damit Mandate sicherten, die sie auf den so genannten League Tables voran brachten. Diese Ranglisten gelten als die wichtigste Messlatte für die Leistung der Investmentbanken im Wettbewerb.

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