Lustreisen-Skandal
Ergo zeigt ehemalige HMI-Manager an

Wegen der Lustreisenaffäre zeigt Ergo nun zwei ehemalige Manager der HMI an. Die Hamburger Staatsanwaltschaft bestätigte, dass wegen Untreue ermittelt wird.
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HamburgDie umstrittene Lustreise von Versicherungsvermittlern der Hamburg-Mannheimer (HMI) nach Budapest beschäftigt nun auch die Justiz. Der Mutterkonzern Ergo hat zwei frühere HMI-Manager wegen Untreue angezeigt, wie die Ergo und die Hamburger Staatsanwaltschaft bestätigten. Derweil hat die Versicherung die Zahl derjenigen Kunden nach unten korrigiert, deren Riester-Verträge falsch berechnet worden waren.

2007 hatte die HMI 100 verdiente Mitarbeiter zu einer Reise nach Budapest eingeladen. Die Teilnehmer besuchten auf Kosten der Versicherung eine Feier mit Prostituierten. Die beiden angezeigten Ex-Manager waren damals für die Vertriebsorganisation bei der HMI und damit auch für Belohnungsaktionen für Mitarbeiter zuständig, wie ein Ergo-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Beide hat der Konzern nun im Zusammenhang mit der Lustreise wegen Untreue angezeigt. Dabei geht es grob um die Frage, ob sie Geld des Konzerns für Dinge ausgegeben haben, die dem Unternehmen schadeten. Die Strafanzeige des Konzerns liege der Hamburger Staatsanwaltschaft bereits seit dem 12. Juli vor, sagte deren Sprecher. Sie sei über die Staatsanwaltschaft Düsseldorf bei den zuständigen Stellen in Hamburg eingegangen. Der Hauptsitz der

Ergo-Versicherung ist zwar in Düsseldorf, „der Tatort für die behauptete Untreue läge aber noch in Hamburg“, erklärte der Sprecher. Erst im vergangenen Jahr war die HMI in der Ergo aufgegangen. Deshalb sind für die Ermittlungen die Behörden in der Hansestadt zuständig, die den Angaben zufolge nun ein förmliches Ermittlungsverfahren einleiteten.

Unterdessen korrigierte die Versicherung die Zahl der Kunden, deren Riesterverträge die HMI 2005 falsch berechnet hatte, auf 12.000 nach unten. Auf den Antragsformularen hatte die Versicherung niedrigere Verwaltungskosten ausgewiesen, als sie tatsächlich kassiert hatte. Ursprünglich war der Konzern von bis zu 14.000 Betroffenen ausgegangen. Die Zahl falle geringer aus, weil nicht alle Versicherungsanträge, die auf den fehlerhaften Formularen basierten, auch eingelöst worden seien, sagte der Ergo-Sprecher. Auch habe sich das Unternehmen bei seinen ersten Schätzungen zur Zahl der Betroffenen „einen Puffer“ gelassen. Der Fehler kostet das Unternehmen das eigenen Angaben zufolge aber immer noch bis zu sechs Millionen Euro.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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