Luxemburger Offshore-Konten Steuer-Razzien in Deutschland dauern an

Erst haben Steuerermittler die Zentrale der Commerzbank durchsucht, nun gehen die Razzien auf deutschem Boden weiter. Der Verdacht: Beihilfe zur Steuerhinterziehung mittels Offshore-Konten – mit Luxemburger Hilfe.
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Im Visier der Steuerfahnder

Im Visier der Steuerfahnder

FrankfurtDie bundesweiten Steuer-Razzien wegen umstrittener Luxemburg-Geschäfte dauern der Staatsanwaltschaft Köln zufolge an. Zu den durchsuchten Objekten wollte Staatsanwältin Carolin Breloer am Mittwoch aber keine Angaben machen. Finanzkreisen zufolge war darunter zumindest am Dienstag auch die Frankfurter Zentrale der Commerzbank.

Mitarbeiter der Luxemburger Tochter stehen im Verdacht, in großem Stil Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet zu haben. Das sorgt bei Anlegern für Verunsicherung. Die Commerzbank-Aktie rutschte bis zum Mittag um zwei Prozent ab und war damit einer der größten Verlierer im Dax.

Auch in der Politik wurden die Nachrichten mit Unverständnis aufgenommen. „Mich wundert bei den Altlasten der Commerzbank schon fast nichts mehr“, sagte der Grünen-Finanzexperte Gerhard Schick der Nachrichtenagentur Reuters.

„Und von einer Bank mit staatlicher Beteiligung würde ich erwarten, dass sie nicht erst dann mit dem Aufräumen ihrer Altlasten beginnt, wenn der Staatsanwalt an die Türe klopft, sondern von sich aus die verschiedenen problematischen Geschäfte, die vor Einstieg des Staates stattgefunden haben, aufarbeitet.“ Noch ist allerdings nicht klar, ob und in welchem Umfang die Offshore-Geschäfte in diesem Fall den rechtlichen Rahmen verletzen.

Aufgedeckt hatte die Affäre die „Süddeutsche Zeitung“. Die Staatsanwaltschaft Köln bestätigte, dass wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung diverse Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht wurden. Über 130 Steuerfahnder und 20 Polizeibeamte seien im Einsatz gewesen. Die Ermittlungen richten sich der Behörde zufolge gegen Steuerpflichtige, die „zum Zwecke der systematischen Hinterziehung von Ertragssteuern sogenannte Offshore-Gesellschaften erworben haben, um ihre bei Luxemburger Banken erzielten Kapital-Erträge zu verschleiern“.

Es sollen demnach auch Selbstanzeigen vorliegen, die eine klare Spur nach Luxemburg legten. Insgesamt 80 Gigabyte Datenmaterial an Interna des Unternehmens Mossack Fonseca Group liegen den Ermittlern vor. Mossack stellt tausenden Kunden weltweit Briefkastenfirmen im finanziell kaum regulierten Panama zur Verfügung.

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8 Kommentare zu "Luxemburger Offshore-Konten: Steuer-Razzien in Deutschland dauern an"

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  • Was ist eigentlich mit der "City of London" der mächtigste Staat der Welt?

    Kaum jemand weiß, dass die City of London – der größte Finanzhandelsplatz der Welt – exterritoriales Gebiet ist und nicht zu Großbritannien gehört!

    Wenn die Queen die City of London – im Volksmund "Square Mile" (Quadratmeile) genannt – betreten möchte, muss sie sich wie bei einem Staatsbesuch anmelden.
    An der Grenze der Quadratmeile wird sie vom Oberhaupt der City empfangen.

    Britische Gesetze greifen in der City nicht, die "City of London Corporation" hat eine eigene Staatlichkeit, eigene Gesetze und überwacht sich selbst!

    Ihre Manager handeln mit Wertpapieren über alle Grenzen hinweg, aber kein Gericht kann sie belangen und keine Regierung ihre Geschäfte kontrollieren!

    Seit Mai 2008 ist Boris Johnson "Mayor" (Oberbürgermeister) von London.
    Aber die "City of London" gehört nicht dazu!

    Das Oberhaupt der City of London trägt einen anderen Titel: "Lord Mayor".
    Dieses Gebilde mit 8.000 Einwohnern wird von der "City of London Corporation" betrieben.
    241 ausländische Banken haben ihren Sitz in der City!

    Brokerfirmen und Bankster der USA haben große Teile ihrer Vermögen dorthin ausgelagert.

    Oberhaupt der City und Chef ihrer "Corporation" ist zur Zeit Sir Alderman David Wooton.
    Er wird gewählt, wobei jeder Bewohner der City eine Stimme hat.
    Die dort ansässigen Unternehmen haben aber insgesamt 23.000 Stimmen und damit immer eine ¾ Mehrheit. Der Lord Mayor residiert mit seiner Familie im Manson House.
    Er empfängt Staatoberhäupter, Regierungschefs und die Vorstandsvorsitzenden von Weltkonzernen in der City.

    Beherrschen die Londoner Bankiers Europa und Amerika?

    Warum berichten die privaten Konzernmedien nicht über den Staat "City of London"?

    Da sollte man sich mal die Frage stellen, wem gehören eigentlich die Medien AG'a?

  • So ist es.

    Und der Schaden ist enorm:

    "Experten schätzen, dass den Staaten wegen ausgefeilter Firmenstrukturen jährlich Steuereinnahmen in Billionen-Höhe entgehen."

    Quelle.
    http://www.handelsblatt.com/finanzen/steuern-recht/steuern/grosskonzerne-staaten-ruesten-gegen-legale-steuerflucht-auf/10710014.html

    Aber das der Staatsanwalt mal bei Jean-Claude oder den "legal gestaltenden Großkonzernen" anklopft, ist wohl eher nicht zu erwarten... :-)

  • Vielleicht sollte die Politik und die verantwortlichen Beamten einmal ehrlich sein.

    Dass mit diesen Konstruktionen Steuern hinterzogen werden ist seit Ende der 80 er Jahren der Finanzverwaltung bekannt. Es herrschte meiner Ansicht nach aber die Auffassung vor, wenn nicht Luxemburg und andere das Geschäft machen dann wird es eben außerhalb Europas gemacht und deshalb verdienen wir liebe mit, es ist eben in einer Marktwirtschaft nicht zu verhindern, dass die Reichen Steuern hinterziehen.
    Erst als in Amerika warum auch immer sich eine ander Verfahrensweise gegen die Banken teilweise durchsetzte und erste Erfolge kamen, dann sich zum Glück deinige Länder surchrangen CD zu kaufen, änderte sich auf Druck von außen diese Haltung.
    Österreich, Niederlande, England, Liechtenstein, Luxemburg, Irland, alle haben Regelungen geschaffen um von diesen Geschäften zu profitieren, auch die USA hat jahrelang ihre Marktmacht genutzt den eigenenUnternehmen Steuervorteile zu Lasten anderer Länder zu gewähren, vielleicht ist jetzt erstmalig eine Chance zu besseren Steuerregeln über Ländergrenzen hinweg zu gelangen.
    Das setzt voraus, dass die Politker ehrlich sind, Daten sammeln, Treuhandkonstruktionen verbieten und auch vor Druck auf Länder wie Luxemburg, Schweiz und Liechtenstein auch nicht zu vegessen Österreich und Niederlande nicht zurückschrecken.
    Geschieht dies nicht, wird unsere Demokratie noch weniger Büforworter haben.

  • Kann doch alles nicht so schlimm sein, solange sich die EU als obersten ihrer Repräsentanten den größten Steuervermeider aller Zeiten leistet: Jean Claude Juncker ist sein Name!

  • Wobei man die Stellungnahmen eines Herrn Schick nicht sonderlich ernst nehmen sollte. Im Europaparlament hat seine Partei das Misstrauensvotum gegen Juncker nicht unterstützt, sondern lediglich die Nazi-Keule raus geholt, um gegen die einzige Partei aus Deutschland, welche Juncker dass Misstrauen ausgesprochen hat, zu wettern. Auch haben die Grünen für die Rettung der schlimmsten Steueroase in Europa - Zypern - mit dem Geld ehrlicher Steuerzahler im BT gestimmt. Im Übrigen interessieren sich die Grünen (sorry, das ist unfair - ich meine alle Blockparteien) nur für das Wohlergehen des Staates und seiner Bediensteten. Ansonsten hätte man gewissen Banken aus den Crime-States Luxemburg und Liechtenstein längst die Banklizenz entzogen. Der gigantische Anlegerbetrug durch Swiss Life und der Volksbank Liechtenstein interessierte in Deutschland z. B. noch nicht einmal die Justiz, weil der zuständige Richter in D-Dorf keine Bock auf Arbeit hatte. Hellhörig werden so Freaks wie der Walter Borjans immer erst, wenn es um die Einnahmen des Staates geht. Insofern hat Steuerhinterziehung auch schon wieder was für sich. Die Verlogenheit der Vertreter der DEP (Deutsche Einheitspartei) ist einfach unfassbar.

  • "Aufgedeckt hatte die Affäre die „Süddeutsche Zeitung“. Die Staatsanwaltschaft Köln bestätigte, dass wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung diverse Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht wurden." Wenn die "Süddeutsche" effizienter als Borjans ist, weshalb wird dann sein Ministerium nicht aufgelöst? Es stellt sich die Frage, ob Borjans dann nicht tätig geworden wäre, wenn er kein Feuer unter seinem Hintern gespürt hätte? - Treffen sich zwei Beamte auf der Treppe. Sagt der eine zum anderen: Kannst du auch nicht schlafen?

  • Jetzt warten wir nur noch auf die Aussage, dass mit der Steuerfahnung auch noch die Bundes-Milliarden gefährdet werden. Deshalb müsse die Fahndung eingestellt werden. ;-)

  • DA WÄRE NOCH EINE FRAGE ....
    Wenn Fr. Breloer, sagen wir mal mit der berittenen Kölner Polizei, nach Luxemburg reitet, um Hr. Juncker zu verhören, welche internationale Behörde wäre da zuvorderst zuständig?
    Und warum liest man Stellungnahmen in deutschen Zeitungen nur von Grünen-Politikern, als ob sich alle anderen nicht darum scherten?
    DEN BOCK ZUM GÄRTNER GEMACHT.

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