Manipulation am Energiemarkt?
US-Justizministerium ermittelt offenbar gegen JPMorgan

Der Energiehandel der US-Großbank JP Morgan steht auf dem Prüfstand. Das Justizministerium ermittelt Medienberichten zufolge wegen möglicher Manipulationen. Dabei hat JP Morgan bereits ein Verfahren am Hals.
  • 1

New YorkDas US-Justizministerium ermittelt einem Zeitungsbericht zufolge wegen möglicher Manipulationen am Energiemarkt gegen die US-Großbank JPMorgan. Die Untersuchung befinde sich in einem frühen Stadium, berichtete das „Wall Street Journal“ am Montag unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Unklar sei, ob es um strafrechtliche oder zivilrechtliche Fragen gehe. Ein JPMorgan-Sprecher sowie das Justizministerium lehnten Stellungnahmen ab.

Erst Ende Juli hatte JPMorgan im Streit um Manipulationen am Energiemarkt einen Vergleich mit der Energieaufsicht FERC geschlossen, die daraufhin ihre Ermittlungen einstellte. Sie hatte der Bank vorgeworfen, in den Jahren 2010 und 2011 versucht zu haben, mit einer zweifelhaften Strategie Gewinne nach oben zu treiben. Das Justizministerium gehe nun ebenfalls einigen dieser Vorwürfe nach, berichtete das Blatt. Die Ermittlungen leite der New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara.

Dieser hatte zuletzt zwei Ex-Mitarbeiter der Bank wegen Betrugs und Bilanzfälschung im Skandal um einen früheren Derivate-Händler angeklagt. Dieser versenkte mit fehlgeschlagenen hochriskanten Geschäften 6,2 Milliarden Dollar, was ihm den Spitznamen „Wal von London“ eintrug.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Manipulation am Energiemarkt?: US-Justizministerium ermittelt offenbar gegen JPMorgan"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • "Ringeschäfte" funktionieren in Deutschland genauso. Nichts Neues also.

    Das Problem liegt darin, dass in den Aufsichtsbüros vorwiegend Leute sitzen, die keine praktische Erfahrung oder aber nicht in diesem Spezialgebieten haben.

    Andere behaupten, dass es sich gar um Lobbyisten handelt.

    Bevor extern durchgegriffen wird, muss man zuerst das eigene Haus bestellen, zumindest nicht vernachlässigen. Zugegeben ist es schwierig von der Präsidentin der BAFin zu erwarten, dass sie die Banken im Griff hat, verfügt sie doch als ehemalige Buchhalterin einer Versicherung und Consultant in der Versicherungsbranche über keinerlei bankfachmännisch, geschweige denn händlerische Erfahrung zur Beurteilung der kritischen Fragestellungen.

    Nach Herrn Sanio wäre es wichtig gewesen die Schwachstellen auszumerzen, einen Neuanfang zu wagen, statt die Schwächen zu extrapolieren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%