Manipulation des Silberpreises
Weitere Banken unter Verdacht

Aus bislang geheimen Dokumenten soll hervorgehen, dass weitere Banken bei den Manipulationen des Silberpreises involviert waren. Neben der Deutschen Bank könnten auch UBS, Bank of Nova Scotia und HSBC betroffen sein.
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New YorkMonate nach dem Vergleich der Deutschen Bank über die Manipulation des Silberpreises sind weitere Details über die dubiosen Machenschaften bekannt geworden. Kläger behaupten nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg nun, in den von der Deutsche Bank eingereichten Dokumenten fänden sich schlagkräftige Beweise, dass auch die UBS, HSBC, Bank of Nova Scotia und andere Gesellschaften den Silbermarkt manipuliert hätten.

Die Unterlagen zeigten, dass Händler die illegalen Absprachen vor einer täglichen Telefonkonferenz getroffen hätte. Dabei sollen sie den Markt für Silber manipuliert haben, indem sie bei der Festlegung des den Kunden angebotenen Spreads bei Silber die Preise vorher festgelegt hätten. Spread bezeichnet die Spanne zwischen dem An- und Verkauf eines Produkts.

„Die Kläger können sich nun auf direkte, schlagkräftige Beweise berufen, einschließlich geheimer elektronischer Chats von Silber-Händlern und eingebenden Personen bei einer Reihe von Finanzinstituten“, soll es in der eingereichten Klage heißen. Es sei eine über mehrere Jahre laufende, gut koordinierte und weitreichende Konspiration zur Manipulation der Preise gewesen. Das neue System „übertrifft bei weitem die zuvor angenommenen Absprachen“.

Die Kläger bemühen sich jetzt um die Erlaubnis, eine neue Klage mit zusätzlichen Beschuldigungen einzureichen. Sie schlagen vor, den Fall über die vier ursprünglich angeklagten Banken (Barclays, BNP Paribas, Standard Chartered und Bank of America) hinaus zu erweitern.

Vertreter von UBS, BNP Paribas, HSBC, Standard Chartered und Scotiabank antworteten zunächst nicht auf E-Mails außerhalb der regulären Bürostunden mit der Bitte um Kommentar. Barclays und Bank of America wollten zunächst keinen Kommentar abgeben.

Ein Richter hatte die Klage gegen UBS in diesem Jahr abgewiesen, erlaubte aber den Klägern, eine neue Klage gegen die Bank einzureichen.

Die Deutsche-Bank-Dokumente zeigten, dass zwei UBS-Händler direkt mit zwei Deutsche-Bank-Händlern kommuniziert hätten, wie die Kläger anführten. Unter anderem tauschten die Händler Informationen zum Orderfluss der Kunden aus, lösten unzulässig Stop-Loss-Orders aus und betrieben Praktiken wie „Spoofing“. Beim Spoofing werden Kauf- und Verkaufsgebote abgegeben mit der Absicht, sie kurz vor Ausführung zu stornieren, um so den Preis zu beeinflussen.

„UBS war der drittgrößte Marktmacher am Silber-Kassamarkt und konnte die Preise von Silber-Finanzinstrumenten direkt auf Basis der enormen von ihr gehandelten Menge an Silber beeinflussen“, führen die Kläger an. „Eine Konspiration mit anderen großen Marktmachern wie Deutsche Bank und HSBC haben die Fähigkeit von UBS, den Markt zu beeinflussen, noch gesteigert. “

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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