Manipulationen bei Gold und Silber
Deutsche Bank einigt sich mit Klägern

Das skandalgeplagte Geldhaus kann einen weiteren Rechtsstreit zu den Akten legen. Auf dem langen Weg, Altlasten abzuarbeiten, ist es nur ein kleiner Schritt. Die Bank rechnet noch mit Kosten von rund 5,5 Milliarden Euro.

FrankfurtErfolgsmeldungen kann die Deutsche Bank in diesen Tagen gut gebrauchen. Besonders die riesige Liste an Rechtsstreitigkeiten beunruhigt die Investoren. Nun berichten die Nachrichtenagenturen Bloomberg und Reuters übereinstimmend, dass das Geldhaus bei Klagen wegen Manipulationsvorwürfen bei Gold- und Silberpreisen Vergleiche erzielt habe. Das gehe aus Gerichtsunterlagen hervor, die Anwälte von Edelmetallhändlern eingereicht haben. Beide Vergleiche müssen noch von einem US-Richter genehmigt werden.

Über die Höhe der Vergleichszahlungen wurde nichts bekannt. Die Deutsche Bank ist das erste Institut, dass sich im Bereich Gold und Silber mit klagenden Investoren geeinigt hat. In dem ausgehandelten Vergleich willigte die Bank laut den Unterlagen ein, die Kläger dabei zu unterstützen, ähnliche Ansprüche gegenüber anderen Banken geltend zu machen. Vincent Briganti und Robert Eisler, Anwälte für Händler im Verfahren um Manipulationen beim Silberpreis, erklärten, dass die Deutsche Bank Chat-Mitteilungen und andere Kommunikationen aushändigen werde. Das Institut wollten die Informationen nicht kommentieren.

Händler von Terminkontrakten auf Silber und Gold haben 2014 Gruppen von Banken verklagt. Sie warfen ihnen vor, die Preise für die Edelmetalle und für auf ihnen basierende Derivate manipuliert zu haben. Silberhändler klagten gegen Deutsche Bank, HSBC, Bank of Nova Scotia und UBS; Goldhändler verklagten außerdem Barclays und Société Générale. Die Händler warfen den Banken vor, ihre Position bei der Kontrolle der täglichen Silber- und Gold-Fixings missbraucht zu haben, um unrechtmäßige Gewinne aus dem Handel zu erlangen und andere Investoren in diesen Märkten zu schädigen, hieß es 2015 in den Klagen.

Der Weltmarktpreis für Gold wird zweimal täglich festgelegt. Die Londoner Edelmetallbörse befragt dazu eine Gruppe von Banken, die sich in der Vergangenheit aus den fünf verklagten Instituten zusammensetzte. Die Deutsche Bank beteiligt sich inzwischen nicht mehr an der Festlegung der Preise für Gold und Silber. Anfang 2014 gab sie ihren Rückzug bekannt, weil sie ihr Rohstoffgeschäft verkleinerte.

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