Manipulationsskandal
Barclays-Chef Bob Diamond tritt zurück

Bob Diamond zieht die Reißleine: Der Chef der Barclays-Bank tritt mit sofortiger Wirkung ab. Erst am Montag hatte der Skandal Verwaltungsrats-Chef Agius den Kopf gekostet, der jetzt aber Diamonds Nachfolger suchen soll.
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LondonWegen eines Manipulationsskandals ist Barclays-Chef Bob Diamond mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Dies teilte die britische Bank am Dienstagmorgen mit. Am Montag hatte bereits der Chef des Verwaltungsrates, Marcus Agius, seinen Rückzug angekündigt. Er soll den Angaben nach die Geschäfte aber vorerst weiterführen, bis ein Nachfolger für Diamond feststeht.

Der Druck auf Barclays habe ein Niveau erreicht, das die Zukunft des Unternehmens bedrohe, sagte Diamond in einer Mitteilung am Dienstag. „Das durfte ich nicht geschehen lassen.“ Die britische Regierung begrüßte die Entwicklung. Finanzminister George Osborne sagte, dies sei eine richtige Entscheidung für Barclays. Finanzkreisen zufolge steht mit Jerry del Missier ein weiterer Vorstand vor dem Rücktritt - er ist ein enger Gefolgsmann Diamonds.

Am Montag hatte Verwaltungsrats-Chef Agius erklärt, die Angelegenheit habe dem Ansehen des Instituts enorm geschadet: „Ich werde hier nicht den Schwarzen Peter weiterreichen, sondern die Verantwortung übernehmen.“ Premierminister David Cameron sicherte die Einrichtung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses zu.

Barclays war vergangene Woche zu einer Strafe von fast einer halben Milliarde Dollar verdonnert worden, weil es die ermittelnden Behörden in Großbritannien und den USA als erwiesen ansahen, dass das Institut Marktzinsen manipuliert hat. Die Bank hat als erstes Geldhaus ein Fehlverhalten einiger Händler eingeräumt. Die Aktie gewann nach anfänglichen Verlusten rund drei Prozent.


In den seit Monaten laufenden Untersuchungen gegen mehr als ein Dutzend Großbanken, darunter auch die Deutsche Bank und die UBS, geht es um den Vorwurf der Manipulationen des weltweit gültigen Interbanken-Zinssatzes Libor. Dieser täglich in London fixierte Satz dient als Referenz für Kredite von Privatleuten und Unternehmen, Derivate sowie andere Finanzprodukte im Gesamtvolumen von 360 Billionen Dollar. Er basiert auf den Daten mehrerer Großbanken, die diese täglich abliefern.

Den Instituten wird vorgeworfen, dass sie von 2005 bis 2009 absichtlich falsche Angaben gemacht haben, um die eigenen Handelsgewinne in die Höhe zu treiben und die wahren Refinanzierungskosten zu verschleiern. Die britische Finanzaufsicht FSA machte am Montag deutlich, dass es sich bei Barclays nicht um einen Einzelfall handele. Außerdem forderte sie die Geldhäuser nach dem Vorfall auf, das öffentliche Vertrauen in die Branche wieder herzustellen.

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Barclays-Chef Bob Diamond tritt zurück

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Rolle der Bank of England unklar

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  • Wann ... soll die Politik denn endlich mal "schnell" Massnahmen ergreifen? Reeden wir nicht schon seit Jahr und Tag davon? Langsam gereicht das Bankerwesen zur teuren Lachnummer ...

  • Man stelle sich vor, JP MOrgan, RBS, DB, alle Spitzenleute treten zurueck, USB nicht zu vergessen, wegen der kriminellen Energie einiger ganz weniger Subalterner, die arme Bankenindustrie wuerde ihre faehigsten Koepfe verlieren, die Wirtschaft insgesamt wuerde kollabieren. Die Politik muss jetzt schnell Massnahmen ergreifen, um diese vernatwortungsvollen Banker zu schuetzen. Verbot von Bankerruecktritten, Verdopplung der Boni, Freistellung von jeglicher Haftung und Verantwortung. Diese Massnahmen sind natuerlich Alternativlos.

  • Dem ist nichts mehr hinzuzufügen ... 100% agree.

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