Manipulierte Zinsen
Ex-UBS-Händler wegen Libor-Skandal angeklagt

Der ehemalige UBS-Händler Tom Hayes kassiert in Großbritannien eine strafrechtliche Anklage. Ihm wird eine Verschwörung zur Yen-Libor-Manipulation vorgeworfen. Hayes gehört zu den Schlüsselpersonen im Libor-Skandal.
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New YorkTom Hayes, der ehemaligen Derivate-Händler der UBS und der Citigroup, der im Zentrum des Libor-Skandals stand, wird in Großbritannien wegen Betrugs angeklagt. Hayes wird vom britischen Betrugsdezernat Serious Fraud Office wegen Verschwörung zur Manipulation des Libor angeklagt, wie die britische Behörde am Dienstag mitteilte.

In den USA, wo eine separate strafrechtliche Untersuchung läuft, ist der Ex-Banker bereits zuvor angeklagt worden. Er wurde am 11. Dezember verhaftet. Die US-Anklage kam am 19. Dezember ans Licht - also an dem Tag, an dem die UBS eine Rekordstrafe von 1,5 Milliarden Dollar von Aufsehern in Großbritannien, der Schweiz und den USA auferlegt bekam wegen Manipulations-Versuchen beim Libor und anderen Benchmarks.

Ein Sprecher der UBS wollten am Montag gegenüber Bloomberg News keinen Kommentar abgeben. Eine Anwältin von Hayes rief nicht zurück.

Laut US-Justizministerium hat Hayes „weltweit Transaktionen und Finanzprodukte mit Verbindung zum Yen-Libor beeinflusst“. Der Händler leitete „umfangreiche Bemühungen“, den Yen-Libor-Satz zu manipulieren - teilweise täglich, um so von seinen Derivate-Wetten zu profitieren, erklärte die US-Aufsicht Commodity Futures Trading Commission.

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Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • Sie haben keine Vorstellung von dem, was am Händlertisch abgeht.

    Für richtige Kursmanipulationen Bedarf es schon einer EZB, möglichst in Absprache mit der FED. Um deren Wirkung zu maximieren bzw. Nachdruck zu verleihen bedarf es schon derartiger Showprozesse.

    Aber gehen Sie einmal davon aus, dass der Händlerjob an sich sehr stressig und nicht mit dem Job von Herrn Asmussen oder eines Richters vergleichbar ist. Händler unterliegen einer permanenten Kontrolle, wenn sie denn auch ausgeführt wird. Ob die Kontrolle tatsächlich ausgeführt wird oder nicht, sieht oder erfährt der Händler nicht.

    Sie dürfen den ausgeübten psychischen Stress durchaus mit dem eines Gefangenen in Guantanamo vergleichen.

  • Kursfestellung: Das ist das "Experiment am geworfenen Würfel". Was hier Manipulation genannt wird, ist der Algorithmus, den die Banken selbst festlegen. Wer denkt, dass in der Informationsgesellschaft Kurse von Angebot und Nachfrage betimmt werden, ist naiv oder schaut, weil bequemer, weg.

  • Bei der BAFin sitzen sie im "Aufsichtsrat" !

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