Manroland-Pleite
Schadenaufwand bei Kreditversicherern steigt

Die Pleite des Druckmaschinen-Herstellers Manroland macht den deutschen Kreditversicherern in diesem Jahr einen Strich durch die Rechnung, der Schadenaufwand steigt. Dennoch machen die Versicherer gute Geschäfte.
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FrankfurtDer Schadenaufwand durch nicht mehr beglichene Rechnungen für gelieferte Waren werde wegen der Insolvenz um vier Prozent auf 700 (2010: 658) Millionen Euro steigen, berichtete der Chef der Kommission Kreditversicherung im Branchenverband GDV, Ralf Meurer, am Donnerstag in Köln. Die Kreditversicherer machen trotzdem noch gute Geschäfte: Die Beitragseinnahmen stiegen nach einer Hochrechnung auf 1,6 (1,5) Milliarden Euro, obwohl die Prämien im Schnitt um fünf Prozent sanken.

Die Warenkreditversicherer versicherten bis September Lieferungen im Volumen von 339 (312) Milliarden Euro - ein neuer Höchststand. In der Finanzkrise hatten sie sich gegen den Vorwurf wehren müssen, sie ließen die Unternehmen im Stich.

Die Branche wird von drei Unternehmen dominiert: Marktführer in Deutschland ist die von Meurer geführte Allianz-Tochter Euler Hermes, dann folgen Atradius (früher Gerling) und Coface. Kreditversicherer sichern Warenlieferanten gegen Zahlungsausfälle ihrer Kunden - zumeist im Ausland - ab. Deutschland ist der weltgrößte Markt dafür, weil viele Mittelständler stark exportorientiert sind.

Für das kommende Jahr prognostiziert Meurer angesichts einer drohenden Rezession in Europa stabile Preise. „Das Marktumfeld spricht für die Kreditversicherungswirtschaft. Weil das Risiko eines Zahlungsausfalles höher ist, suchen Unternehmen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zunehmend Deckung“, sagte der Euler-Hermes-Deutschland-Chef. Für das zu Ende gehende Jahr erwartet die Branche allerdings noch einen Rückgang der Firmen-Pleiten um 4,7 Prozent auf 30.500. 2012 werde sich die Zahl auf diesem - historisch hohen - Niveau stabilisieren. Meurer hatte sich schon im November skeptisch zur Überlebensfähigkeit der deutschen Solar- und Windindustrie geäußert. In dieser Woche hatte mit Solon das erste große deutsche Solarunternehmen Pleite angemeldet.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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