Manteltarifverträge gekündigt
Deutsche Bank steht vor Tarifkonflikt

Der Deutschen Bank droht ein Tarifstreit. Der Bankangestellten-Verband fordert eine Gleichstellung der Angestellten der Service-Gesellschaften mit denen der Postbank. Ein Streik könnte die Gehaltsabrechnung lahmlegen.
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Düsseldorf/FrankfurtDer Deutschen Bank droht ein Tarifstreit mit den Gewerkschaften. Der Deutsche Bankangestellten-Verband (DBV) hat zum 31. März 2012 Manteltarifverträge in vier großen Tochtergesellschaften des Finanzinstituts gekündigt. Der DBV-Verhandlungsführer Stephan Szukalski bestätigte gegenüber Handelsblatt Online einen entsprechenden Bericht der „Welt“ (Mittwoch). Ziel sei es, „grundsätzlich bessere Rahmenbedingungen für die Angestellten“ auszuhandeln. Betroffen sind nach Gewerkschaftsangaben rund 2500 Angestellte, die Deutsche Bank spricht von 1500 Mitarbeitern.

Grund für die Kündigung der Tarifverträge ist den Angaben zufolge ein Tarifabschluss für Beschäftigte der Deutsche-Bank-Tochter Postbank. Die Angestellten hatten mit Streiks gute Konditionen durchgesetzt und sind dadurch in manchen Punkten besser gestellt als die Angestellten der Deutsche-Bank-Gesellschaften.

Ende des vergangenen Jahres gab es einen Abschluss unter Führung der Gewerkschaft Verdi. Danach haben Angestellte bei der Postbank-GmbH 39 Wochenstunden im Vertrag stehen, während es bei den GmbHs der Deutschen Bank 42 Stunden seien. Die Postbank-Beschäftigten könnten zudem 30 Tage Urlaub machen, die Deutschbanker dagegen nur 27 Tage.

„Wir wollen eine Gleichstellung“, sagte DBV-Gewerkschafter Szukalski zu Handelsblatt Online. „Man kann in einem Konzern nicht mit zweierlei Maß messen.“ Außerdem gehe es um den Kündigungsschutz für langjährige Arbeitnehmer. „Mitarbeiter, die 20 bis 25 Jahren im Unternehmen sind, sollen nicht mehr betriebsbedingt gekündigt werden“, so Szukalski. Auch Zuschläge für Feiertagsarbeit und Mehrarbeit stünden auf der Agenda.

Zahlreiche Großbanken haben in den letzten Jahren GmbHs ausgegründet - so auch die Deutsche Bank. Dort gilt nicht der branchenweite Bankentarifvertrag, die Banken können dementsprechend viel Geld bei den Gehältern sparen. Die Tochter-Gesellschaften übernehmen Funktionen wie die Gehaltsabrechnung, die Abwicklung von Kontodaten, die Kreditabwicklung und weitere einfache Abrechnungstätigkeiten.

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