Marktmanipulation
UBS kommt in den USA billig davon

Nach diversen Skandalen ist UBS quasi Stammkundin beim US-Justizministerium. Doch die Schweizer Großbank arbeitete im Falle der Devisenmarkt-Manipulation mit den Behörden zusammen - und das zahlt sich nun aus.
  • 0

ZürichFür die Schweizer Großbank UBS hat sich die Kooperation mit dem US-Justizministerium gelohnt: Sie kommt von allen fünf beschuldigten Banken am billigsten weg. So verzichtet das US-Justizministerium im Fall der Devisenmarkt-Manipulationen ganz auf eine Buße für die Schweizer Großbank. An die US-Notenbank Fed muss UBS 342 Millionen Dollar dafür zahlen, dass die internen Kontrollen versagt haben.

Allerdings verlangt das Justizministerium, dass UBS nachträglich für den Libor-Fall ein Schuldeingeständnis auf Konzernebene abgibt und hierfür noch eine zusätzliche Buße von 203 Millionen Dollar zahlt, heißt es aus mit den Vorgängen vertrauten Kreisen.

Die Börse reagierte erfreut auf die Einigung. Mit einem Kursplus von über zwei Prozent verzeichnete die UBS-Aktie am morgen den größten Kursanstieg im Schweizer Leitindex SMI. „Die Bußenhöhe ist tiefer als erwartet“, kommentierte Andreas Brun von der Zürcher Kantonalbank. Die Kosten für den Devisen-Fall drohen daher nicht mehr, dass UBS das selbst gesteckte Ziel einer Eigenkapitalquote von 13 Prozent unterschreitet. Damit „steht einer hohen zukünftigen Ausschüttung nichts mehr im Wege.“

Andreas Venditti von der Bank Vontobel erwägt nun sogar, die Gewinn- und Dividendenschätzung zu erhöhen. „Wir erwarten nicht, dass das Schuldanerkenntnis in dem Libor-Skandal sehr negative Auswirkungen auf UBS haben wird“, ergänzte er.

Für die anderen beteiligten Banken – JP Morgan, Barclays, Citigroup und Royal Bank of Scotlandwerden die Devisenmanipulationen wesentlich teurer. Sie müssen alle für diesen Fall ein Schuldeingeständnis auf Konzernebene abgeben und zudem Bußen zwischen 400 Millionen und einer Milliarde Dollar zahlen, heißt es in Kreisen weiter. Details soll das US-Justizministerium am Mittwoch um 16 Uhr europäischer Zeit auf einer Pressekonferenz vorstellen.

Die Kartellabteilung des US-Justizministeriums (DoJ) hat UBS für die umfassende Kooperation im Devisen-Fall den Kronzeugen-Status und damit Straffreiheit zugestanden. Als 2013 erste Berichte über eigenartige Kurssprünge am Devisenmarkt vor der Festlegung von Referenzkursen des Datenanbieters WM/Reuters die Runde machte, leitete UBS eine interne Untersuchung der Vorgänge ein. Die Ergebnisse stellte die Bank den Behörden zur Verfügung und brachte damit den Fall erst richtig ins Rollen.

Die Strafabteilung des US-Justizministeriums allerdings verwendete das Material gegen UBS. Die Ermittler kamen zu dem Schluss, dass UBS mit der Beteiligung an den Devisen-Tricksereien gegen die Bewährung aus dem Libor-Abkommen verstoßen habe.

2012 hatte sich UBS mit der US-Regierung auf einen Vergleich wegen der Zinsmanipulationen im Libor-Fall geeinigt. Die Bank musste eine Milliarden-Buße zahlen und die Japan-Tochter musste ein Schuldeingeständnis abgeben. Im Gegenzug bekam UBS ein so genanntes Nicht-Klage-Abkommen, das zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die Bewährungsfrist wurde kürzlich erst bis Dezember 2015 verlängert.

Kommentare zu " Marktmanipulation: UBS kommt in den USA billig davon"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%