Maschmeyer: Commerzbank: AWD-Gründer kritisiert Staatsbeteiligung

Maschmeyer
Commerzbank: AWD-Gründer kritisiert Staatsbeteiligung

Die Staatsbeteiligung an der Commerzbank ist nach Ansicht von AWD-Gründer Carsten Maschmeyer "ein Atomschlag gegen das Vertrauen der Deutschen". Der Co-Chef des Hannoveraner Finanzvertriebs rechnet als Folge der Fusion mit der Dresdner Bank damit, dass nun noch mehr Anleger ihr Geld abheben und nach Hause tragen.

DÜSSELDORF. "Ich habe vor kurzem schon Menschen gesehen, die mit Plastiktüten in der Hand, ihr Geld von den Banken abgeholt haben", sagte er dem Handelsblatt. "Fahren Sie mal zum Paradeplatz nach Zürich. Dort, wo die ganzen Banken sind. Da kommen hinten die Lastwagen mit den Geldkoffern an und vorne tragen es die Kunden mit den weiten Mänteln heraus."

Das Problem der Fusion von Commerzbank und Dresdner sei gewesen, dass sie von Anfang an in der Politik gewollt worden sei. Deswegen seien offenbar Fehler in der Bewertung gemacht worden. Die Commerzbank hätte sich die Dresdner Bank sonst niemals leisten können. Der Chef von 6 500 Finanzberatern erwartet nun: "Die werden auf Jahre hinaus blutrote Zahlen schreiben." Doch nun müssten alle zu dem Deal stehen, was ihn aber nicht besser mache. "Auch für Frau Merkel nicht. Sie wird - auch in der Rückschau - keine Wirtschaftskanzlerin mehr werden."

Maschmeyer sieht seinen Finanzvertrieb als Gewinner der Bankenkrise. Viele Banker, die nun gehen müssten, heuerten beim AWD als Berater an. "Wir wollen spätestens 2012 auf 8 500 Finanzberater kommen. Das wären etwa 2 200 mehr als vor einem Jahr", sagte er dem Handelsblatt. Damit profitiere er von der Lage am Arbeitsmarkt und bekomme die neuen Kollegen ohne große Extrazahlungen.

Seinen Traum von einer Fusion mit dem Konkurrenten MLP hat er noch nicht aufgegeben. Auch als Großaktionär der AWD-Mutter Swiss Life werde er sich künftig zwar nicht in die Strategie- und Personalentscheidungen der Schweizer einmischen. Es sei ihm jedoch nicht gleichgültig, was aus dem MLP-Aktienpaket werde, das er an Swiss Life weitergereicht habe. "Die Fusion der unabhängigen Finanzdienstleister ist ein lohnender Traum. Auch wenn es eine schwierige Geburt wäre, bin ich von den langfristigen Vorteilen einer Bündelung der Stärken überzeugt", sagte Maschmeyer. Da komme es auf ein Quartal mehr oder weniger nicht an, bis das verwirklicht wäre.

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