Massiver Strategieschwenk
Commerzbank trennt sich von der Schifffahrt

Die Commerzbank wirft ihre Pläne für die künftige Konzernstruktur über den Haufen. Sowohl die Schiffsfinanzierung als auch die gewerbliche Immobilienfinanzierung wickelt die Bank ab.
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FrankfurtDie Commerzbank hat einen umfassenden Strategieschwenk beschlossen. Sie verwirft die Planungen für ein eigenes Kernbanksegment für Immobilien und Schiffsfinanzierung. Die Geschäftsfelder für gewerbliche Immobilien und Schiffsfinanzierung würden vollständig abgebaut, teilte die Bank am Dienstagabend mit. Die CommerzReal, die etwa offene Immobilienfonds anbietet, wird in das Privatkundengeschäft eingegliedert.

Wesentliche Gründe für die Entscheidung seien die hohe Kapitalbindung und die steigenden Liquiditätsanforderungen nach den „Basel III“-Vorschriften. Gerade für langfristige Finanzierungen stiegen die Kapitalanforderungen deutlich. Zudem würden auch künftig starke zyklische Schwankungen im Ergebnis erwartet. Im Privat- und Firmenkundengeschäft werde die Commerzbank aber weiterhin Immobilienfinanzierungen anbieten.

Auch ein weitergehender Umbau ist nicht ausgeschlossen, teilte die Bank mit. Im Herbst sollen weitere Konsequenzen aus dem jährlichen Planungsprozess verkündet werden. „Strategisches Ziel ist es, die Commerzbank konsequent auf kundengetriebenes und nachhaltig profitables Kerngeschäft zu fokussieren und Risiken sowie Kapitalbindung weiter zu minimieren“, wurde Konzernchef Martin Blessing in einer Mitteilung zitiert.

Die Commerzbank hatte im Frühjahr gemeldet, den Stresstest der EU-Bankenaufsicht EBA trotz eines Gewinneinbruchs im ersten Quartal vorzeitig abhaken zu können. Die von der EBA Ende 2011 festgestellte Kapitallücke von 5,3 Milliarden Euro sei Ende März geschlossen und sogar ein zusätzlichen Puffer von 1,1 Milliarden Euro aufgebaut worden, hatte die Commerzbank erklärt.

Der Nettogewinn nach Anteilen Dritter war in den ersten drei Monaten des Jahres um 63 Prozent auf 369 (Vorjahr: 985) Millionen Euro geschrumpft und war damit hinter den ohnehin niedrigen Erwartungen der Analysten zurückgeblieben. Die bisherigen Ziele für das laufende Geschäftsjahr blieben auch nach der Ankündigung des Strategieschwenks bestehen, hieß es. Eine Aktualisierung werde es mit den Halbjahreszahlen am 9. August geben. Die Bank hat sich für 2012 nur darauf festgelegt, dass die Rückstellungen für faule Kredite nicht mehr als 1,7 Milliarden Euro ausmachen sollen.

Blessing sagte in einem im Intranet der Bank veröffentlichten Interview zu den Entscheidungen: „Das ist keine Kehrtwende, sondern eine Beschleunigung unseres bisherigen Kurses." Die Bank reagiere damit auch auf die Verschärfung der Staatsschuldenkrise. „Ein rasches Ende der Eurokrise ist nicht absehbar. Daher müssen wir die Risiken weiter konsequent reduzieren und uns auf das Geschäft konzentrieren, das nachhaltig profitabel ist“, so Blessing.

Die EU-Kommission hatte der Commerzbank als Auflage für die in den Jahren 2008 und 2009 erhaltenen Staatshilfen auferlegt, die Tochtergesellschaft Eurohypo AG zu verkaufen. Da sich für den Geschäftsbereich jedoch kein Käufer fand, gab sich die Kommission auch mit einer Abwicklung eines Großteils der Bank einverstanden. Lediglich das Geschäft mit gewerblicher Immobilienfinanzierung in Deutschland, Polen, Frankreich und Großbritannien sollte in die Commerzbank eingegliedert werden. Von dieser Idee hat sich die Bank jetzt verabschiedet.

Im Zuge der Abwicklung wird die Eurohypo zum 31. August in „Hypothekenbank Frankfurt AG“ umbenannt. Alle anderen Änderungen sollen zum 9. August in Kraft treten, dann würden auch die Zuständigkeiten im Vorstand neu aufgeteilt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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  • Ein bisschen weniger polemisch bitte. Die Fakten sind dass Herr Blessing die Commerzbank von seinen Vorgängern übernommen hat. Und es waren Dieselbigen, die die Commerzbank heruntergewirtschaftet haben. Herr Blessing ist gegenwärtig im Begriff die Commerzbank zu sanieren. Dies geht nur indem er sie verschlangt und Gewinne nicht ausschüttet sondern reinvestiert um noch bestehende Probleme abwickeln. Für den Aktienkurs (der jeder nüchternen Analyse wiederspricht) ist sicherlich nicht Herr Blessing verantwortlich, sondern Herren wie vielleicht sie, die immer nur ihren kurzen Vorteil im Auge haben (immer nach schön hoher Verzinsung verlangen dann sich aber beschweren wenn die Bank ihre Einlagen verzockt) und sich allzu leicht in Panik versetzen lassen. Eben; die Ursachen für die globale Bankenkrise beruht nicht zuletzt auf Privatinvestoren, die immer höhere Verzinsung ihrer Einlagen gefordert haben. Also sollten diese Herren mal schön den Ball flach halten.

  • Guten Tag,... Aber Bitte;.... Die Ueberschrift sollte lauten ... " Die Commerzbank wird abgerissen ". Das ist bei dem Sauladen auch hoechste Zeit. Besten Dank.

  • So langsam muss ich mich mal mit der Cobank beschäftigen. ^^

    Unatraktive Geschäftsbereiche raushauen, die EZB wird vermutlich noch eine Bill. zu 1% den Banken zur Verfügung stellen und hier reichlich zugreifen. Das Geld dann für Aktienrückkäufe verwenden, was kurzfristig eine besserer Rendite erzeugt. Langfristig dann das Kerngeschäft ausbauen.

    Sollte alle glücklich machen.^^

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