Massives Finanzloch Spaniens Banken - ein Fass ohne Boden

Der Internationale Bankenverband malt ein düsteres Bild für Spaniens Banken. Die Institute könnten weitere 76 Milliarden Euro für Kreditausfälle brauchen, rechnet der IIF vor. Weitere Staatshilfe sei unvermeidbar.
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Großreinemachen vor einer Bank in Barcelona: Spaniens Banken könnten weitere Milliarden benötigen. Quelle: dapd

Großreinemachen vor einer Bank in Barcelona: Spaniens Banken könnten weitere Milliarden benötigen.

(Foto: dapd)

LondonSpaniens Banken droht dem Internationalen Bankenverband IIF zufolge ein weiteres massives Finanzloch. Mit Blick auf die kriselnde Wirtschaft könnten die Geldhäuser zusätzlich 76 Milliarden Euro brauchen, um Kreditausfälle zu schultern, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten globalen Wirtschaftsbericht des IIF hervorgeht.

Der Verband schätzt die Höhe der faulen Kredite auf bis zu 260 Milliarden Euro. Der Wert gehe auf eine Hochrechnung der erwarteten Verluste im vom EU-Rettungsschirm EFSF gestützten Irland zurück. „Spaniens makroökonomische Aussichten sind schlechter als die von Irland - vor allem was Wachstum und Arbeitslosigkeit angeht“, stellt der IIF fest.

Die spanischen Kreditinstitute seien dabei, Mittel über 184 Milliarden Euro zusammenzutragen. Damit bliebe eine Lücke von bis zu 76 Milliarden. Der Großteil der Verluste falle auf gewerbsmäßige Immobilienkredite an, die vor allem regionale Sparkassen halten. Diese könnten die Rückstellungen übersteigen und die Hilfe durch den Staat erforderlich machen, konstatiert der IIF.

Das krisengebeutelte Spanien hatte am Montag mitgeteilt, die Beratungsfirmen Oliver Wyman und Roland Berger sollen die heimischen Banken durchleuchten. Damit war das südeuropäische Land in die Offensive gegangen, nachdem die US-Ratingagentur Moody's in der vergangenen Woche 16 spanische Kreditinstitute herabgestuft hatte. Das Einschalten unabhängiger Prüfer gilt als Kernstück, um den Märkten Klarheit über die tatsächlich in den Bilanzen schlummernden Risiken zu verschaffen.

Die spanische Regierung hatte den Bedarf unterkapitalisierter Banken an zusätzlichen Geldspritzen des Staates auf weniger als 15 Milliarden Euro taxiert. Die Banken zwischen Bilbao und Barcelona sitzen nach der 2008 geplatzten Blase am Häusermarkt auf einem Berg von Immobilien-Krediten.

  • rtr
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22 Kommentare zu "Massives Finanzloch: Spaniens Banken entwickeln sich zum Fass ohne Boden"

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  • "Roland Nerger und Oliver Wyman durchleuchten die Banken"? Und das soll Vertrauen erzeugen?

    Das sind 2 "Strategiefirmen" die von risk evaluation und core banking keinen Schimmer haben. Was die brauchen sind Leute von Lambert, Rothschild, oder JC Flowers.

  • Rentenversicherung? Die gesetzliche Rente wird monatlich aus den laufenden Beiträgen bezahlt, wenn Sie von Rentenversicherungen sprechen welche in Staatsanleihen investieren dann handelt es sich um Private Rentenversicherungen. Die meisten Lohnsklaven können sich sowieso keine private Rentenversicherung leisten und wer in diesen Zeiten noch Geld in Versicherungen hält braucht sich auch über einen Verlust nicht aufzuregen. Jeder kann doch sehen was die Politik seit 2008 macht und wie das endet, also raus aus Sparversicherungen wie Kapitalbild. LV und Rentenversicherungen solange die noch in der Lage sind etwas auszuzahlen denn den letzten beißen die Hunde.
    Und die Pensionskassen interssieren mich sowieso nicht wie der Name schon sagt, ich beziehe keine Pension die Beamten wie z.B. Politiker, ehemalige Bundespräsidenten, Richter insbesonders die Verfassungsrichter können sich darüber Gedanken machen.
    Jeder kann ein Konto in der Schweitz, Norwegen, Polen oder Dänemark eröffnen und einen Teil seines Geldes in einer anderen Währung halten es ist nicht verboten, lediglich die anfallenden Zinsen müssen ggf. versteuert werden, Geld von Deutschland ins Ausland zu überweisen ist keine Steuerhinterziehung, hinterher kann man etwas besser und ruhiger schlafen.

  • @Einstein

    "dass spanische Banken im Augenblick versuchen, den Tag der Dämmerung hinauszuzögern"

    nicht nur spanische Banken schieben den Tag der Götterdämmerung auf einen Termin nach dem 1.Juli 2012 (ESM-Start) ... danach werden dann rein zufällig bislang unerkannte Bilanzrisiken entdeckt.

  • @anderton

    "Pensionsfonds und Versicherungen die Staatsanleihen kaufen - mache müssen sogar ca. 90% Staatsanleihen im Portfolio haben."

    Wenn Sie sich die Bilanzen von Versicherern ansehen, finden Sie für Ihre Portfolio Einschätzung keine Bestätigung.

    Da nicht alle Eier in einen Korb gelegt werden, kann selbst bei Ausfall eines Schuldners
    (die EU-Kommission hatte nach dem "freiwilligen" haircut für GR beschlossen, dass bei künftigen Event's eine private Beteiligung bei notwendigem Schuldenschnitt auszuschließen ist)
    gleichwohl eine überdurchschnittliche Rendite erzielt werden.

    Beispiel:
    Anlagevolumen 100 Mio
    investiert in Bundesanleihen mit 10 Jahren Laufzeit zu 2,5%
    Zinsertrag nach 10 Jahren 2,5 Mio

    investiert in 25 div. Bond's á 4 Mio mit 10 Jahren Laufzeit zu durchschnittlich 9%
    Zinsertrag nach 10 Jahren 9 Mio

    Würde bei dem 2.Szenario könnte ein Schuldner komplett ausfallen (Totalverlust 4 Mio, verbleiben 5,5 Mio Restertrag)

    Fazit:
    wird das Portfolio wohl überlegt aufgebaut, gibt es eine Chance, selbst bei Komplettausfall eines Schuldner's höhere Renditen als bei Bundesanleihen zu erzielen

  • Wer, wie Sarrazin, die Wahrheit sagt wird eben geächtet. Armes Deutschland. Der These: Jedes Volk bekommt die Politiker die es verdient ist wirklich nicht zu widersprechen.

  • Und auf Sarrazin hacken alle rum...

  • @Rechner

    "wo die Bank von England inzwischen 325 Milliarden Pfund an Staatsanleihen augekauft hat"

    auch das ein unsäglicher Vorgang, der aber dank eigener Währungs-Hoheit andere Volkswirtschafen nicht unmittelbar belastet.

  • "Spaniens Banken entwickeln sich zum Fass ohne Boden"

    Hm...Fass ohne Boden....war da nicht auch irgendwas mit Griechenland?

    Wenn man innerhalb der EU von "Entwicklung" die Rede ist wird dies vom den Brüsseler Inkompetenzzentrum, und der ebenso leistungsbewußten Bundesregierung meist im Zusammenhang mit "Wir haben das nötige getan" oder auch "Wir sind auf einem guten Weg" gefeiert.

    Erst kürzlich erhielt wieder einer dieser Kompetenzspitzen für diese grandiosen "Bemühungen" den Karlspreis.

    Fassen wir also zusammen:
    Griechenland ist Pleite und politisch am Ende, Spaniens Banken sind ein Faß ohne Boden, Deutschlands Bundesbank stapelt "wertvolle" Papiere in hunderteen Mrd. höhe, Portugal, Italien usw. nähern sich dem zitierten "Faß-Stadium" auch mit großen Schritten.
    Das ist für Europa also der gute Weg und Schäuble hat in diesem Sinne unbedingt den Karlspreis gewonnen.

    Ich fürchte allerdings, wenn der Weg noch "besser" werden wird, könnten u.U. in Europa bald ganz andere Preise an die Eliten vergeben werden!

  • "„Spaniens makroökonomische Aussichten sind schlechter als die von Irland - vor allem was Wachstum und Arbeitslosigkeit angeht“, stellt der IIF fest."

    Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine Feststellung sondern um eine an den Haaren herbeigezogene Behauptung.

    Denn die internationale Finanzmafia (Abteilung London) ist wesentlich stärker in Irland mit Krediten dabei als in Spanien.

    Von Großbritannien selbst ganz zu schweigen, wo die Bank von England inzwischwen 325 Milliarden Pfund an Staatsanleihen augekauft hat um damit die Bankenrettung finanzieren.

    Und die britischen Banken verhindern so weiterhin ein Platzen der britischen Immobilienblase.

    Das abgekartete Spiel der internationalen Finanzmafia inklusive der Betrügereien der "Ratingagenturen" ist einfach zu durchschauen:

    Wenn man den Kredit eines Landes aufpumpen will, dann attestiert man ihm einfach "gute Aussichten". So kommt Großbritannien mit einer Staatsschuld von etwa 140% BSP (inklusive "special measures") zu einem AAA rating durch die Betrügeragenturen.

  • Die können sie ja als Subprime-Hypotheken auf den Markt werfen. Abnehmer werden sie schon finden, z.B. bei den Landesbanken.

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