Matteo Renzi über deutsche Banken
„Wenn ich dort Amtsträger wäre, wäre ich sehr besorgt“

Matteo Renzi hat das deutsche Bankensystem attackiert. Der italienische Ministerpräsident zweifelt an dessen Stabilität – und kritisiert, dass viele Institute nicht von der EZB überwacht werden

BrüsselDer italienische Ministerpräsident Matteo Renzi hat Zweifel an der Stabilität des deutschen Bankensystems geäußert. Das größte italienische Institut Intesa San Paolo (derzeitige Marktkapitalisierung rund 53 Milliarden Euro) sei fast doppelt so viel wert wie die Deutsche Bank (31 Milliarden Euro), betonte Renzi am Freitag bei einer Pressekonferenz in Brüssel.

Außerdem gebe es in Deutschland viele kleine Geldhäuser, die nicht von der Europäischen Zentralbank (EZB) beaufsichtigt würden, sagte Renzi unter Anspielung auf Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken. „Wenn ich ein deutscher Amtsträger wäre, wäre ich darüber sehr besorgt.“

Die italienischen Banken seien derzeit wesentlich gesünder als die deutschen Geldhäuser, sagte Renzi. Er streitet mit Deutschland derzeit unter anderem über die Einführung eines einheitlichen europäischen Einlagensicherungssystems. Renzi befürwortet ein solches System, während es Deutschland strikt ablehnt. Deutsche Politiker und Banken fürchten, dass sie mit ihren Beiträgen ansonsten schwächelnden Geldhäusern in südeuropäischen Ländern zur Hilfe eilen müssen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%