Medienbericht : Frankreich will angeblich Dexia verstaatlichen

Medienbericht
Frankreich will angeblich Dexia verstaatlichen

Die Europäische Kommission hatte vor zwei Wochen Staatsgarantien im Volumen von 45 Milliarden Euro zur Rettung der Krisen-Bank Dexia genehmigt. Laut Medienbericht erwägt Frankreich jetzt die Verstaatlichung der Bank.
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Paris Die französische Regierung erwägt einem Medienbericht zufolge die Verstaatlichung der angeschlagenen Bank Dexia. Dabei würde die Regierung auch die Dexia Credit Local übernehmen, die die französischen Kommunen finanziere, berichtete die Zeitung „Les Echos“ vorab aus ihrer Freitagausgabe unter Berufung auf verschiedene Quellen, die namentlich nicht genannt wurden.

In Kreisen des französischen Finanzministeriums wurde der Bericht nicht bestätigt. „Ich habe keine Kenntnis von einem solchen Plan“, sagte eine Person, die mit der Rettung der Bank betraut ist.

Die Europäische Kommission hatte vor zwei Wochen Staatsgarantien im Volumen von 45 Milliarden Euro zur Rettung der Dexia genehmigt. Die inzwischen aufgespaltene Dexia hatte sich die Garantien zur Finanzierung Anfang Dezember von Frankreich, Belgien und Luxemburg gesichert. Damit soll die aktuelle Notlage überbrückt werden. Die drei Staaten hatten im Oktober einen Rettungsplan für Dexia unter Dach und Fach gebracht. Die Bank gilt als erstes Opfer der Schuldenkrise.

Im Dezember hat die EU-Kommission hat Milliardengarantien für die schwer angeschlagene belgisch-französische Bank Dexia gebilligt. 60,5 Prozent der Hilfen werden von Belgien, 36,5 Prozent von Frankreich und drei Prozent von Luxemburg übernommen werden.

Diese sollen es der Bank ermöglichen, einen Umstrukturierungs- und wenn nötig einen Liquidationsplan auszuarbeiten, der der Kommission innerhalb der nächsten drei Monate vorgelegt werden soll. Die Garantien sind bis zum 31. Mai 2012 befristet und decken Refinanzierungsgeschäfte mit einer Höchstlaufzeit von drei Jahren ab.

Belgien, Frankreich und Luxemburg hatten im Oktober in hektischen Verhandlungen einen Rettungsplan für Dexia unter Dach und Fach gebracht.

Die Bank gilt als erstes Opfer der Schuldenkrise. Für Frankreich ist Dexia vor allem wegen der bereits erwähnten Finanzierung von Städten und Kommunen wichtig, die die französische Dexia-Tochter zu einem maßgeblichen Teil stemmt. Das gesunde Filialgeschäft in Belgien wurde verstaatlicht, die in Luxemburg ansässige Vermögensverwaltung nach Katar verkauft.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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