Medienbericht
Nullrunde bei der Deutschen Bank

Das ist wohl einmalig in der Geschichte der Deutschen Bank: Allein in Deutschland müssen 25.000 Banker in diesem Jahr auf die sonst übliche Gehaltssteigerung verzichten – das lässt Rückschlüsse auf die Höhe der Boni zu.
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Frankfurt
Rund 14.000 Mitarbeiter der Deutschen Bank müssen sich Finanzkreisen zufolge wegen der Sparpläne des Instituts in diesem Jahr auf eine Nullrunde einstellen. Betroffen seien alle außertariflich bezahlten Banker in Deutschland - in der Regel Mitarbeiter mit besonderen Aufgaben oder leitenden Funktionen, sagte ein Insider am Mittwoch und bestätigte damit einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung".

"Gehaltserhöhungen sind sehr unwahrscheinlich", fügte er hinzu. Ähnlich düster sehe es bei den Boni für diese Banker aus, ergänzte ein Arbeitnehmervertreter. "Das Umfeld gibt im Moment nicht mehr als eine Nullrunde her." Insgesamt beschäftigt das größte deutsche Geldhaus 47.000 Mitarbeiter in Deutschland. Die Bank selbst äußerte sich nicht zu dem Thema.

Die Deutsche Bank will in den nächsten Jahren angesichts schrumpfender Erträge die Kosten um 4,5 Milliarden Euro senken. Mehr als 2000 Stellen sollen gestrichen werden, vor allem im Kapitalmarktgeschäft außerhalb Deutschlands und in der Vermögensverwaltung. Die traditionell am besten bezahlten Investmentbanker müssen sich Finanzkreisen zufolge zudem auf Bonus-Kürzungen um bis zu 20 Prozent einstellen.

Nach Ansicht von Analysten hat die Deutsche Bank im Schlussquartal 2012 nur noch einen Mini-Gewinn geschrieben. Das Institut hatte vor Weihnachten gewarnt, dass Kosten für Rechtsstreitigkeiten und den Konzernumbau das Ergebnis deutlich belasten. Von Reuters befragte Experten erwarten einen Jahresgewinn von 2,9 Milliarden Euro - ein Drittel weniger als 2011.

Die Bank legt am Donnerstagmorgen die Ergebnisse vor. Zudem werden die neuen Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen die Zahlen vor der Presse erläutern. Nachmittags wollen sie dann der Belegschaft die Ziele für dieses Jahr darlegen und einen Ausblick präsentieren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Medienbericht: Nullrunde bei der Deutschen Bank"

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  • Nullrunde für Nullnummern!

    Sorry, kein Mitleid für dieses Bankstertum.

  • Wissen Sie, dass ist wie die Sache mit der Prostitution.

    Letztlich soll das Finanzgeschäft ja ohnehin sehr damit zusammen hängen. Selten bleibt das Geld bei der hängen, die die Arbeit gemacht hat.

  • Warum zieht man Ackermann als Verantwortlicher des ganzen Desasters DB NICHT ZUR VERANTWORTUNG!!

    Und wenn die Mitarbeiter sich das gefallen lasse...selber Schuld!! Ausserdem haben viele in dem Betrugssystem auch mitgemacht!

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