Medienbericht
RBS stimmt hoher Strafe im Libor-Skandal zu

Die Royal Bank of Scotland steht als nächste Bank davor, eine heftige Strafzahlung zu akzeptieren. Die Manipulation des Libor-Zinses hatte weltweit für Entsetzen gesorgt. Auch die Deutsche Bank war mit von der Partie.
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LondonDie britische Großbank Royal Bank of Scotland (RBS) steht im Skandal um Zinsmanipulationen einem Zeitungsbericht zufolge vor einer Einigung mit den Behörden. Der teil-verstaatlichten Bank drohe eine Strafe von mehr als 430 Millionen Euro (350 Millionen Pfund), berichtete die „Sunday Times“ ohne Angabe von Quellen. Die Vereinbarung mit den amerikanischen und europäischen Aufsichtsbehörden könnte Anfang des nächsten Monats abgeschlossen werden. Die RBS wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

In dem Skandal um Manipulation des Referenzzinssatzes Libor hatte die britische Barclays 450 Millionen Dollar an Strafzahlung auf den Tisch. Auf die Schweizer Großbank UBS könnte einem Zeitungsbericht vom Samstag zufolge eine Strafe von 1,6 Milliarden Dollar zukommen. Am Donnerstag war durchgesickert, dass der Vergleich mit den amerikanischen und britischen Aufsichtsbehörden die UBS etwa eine Milliarde Dollar kosten dürfte. Eine UBS-Sprecherin lehnte eine Stellungnahme ab.

Unklar bleibt weiterhin, wie teuer die Deutsche Bank ihre Verwicklung in die Libor-Affäre zu stehen kommen wird. Auch Deutschlands größte Bank gehörte zu den Instituten, die an der Manipulation mitgewirkt hatten.

Insgesamt sollen mehr als ein Dutzend Großbanken über mehrere Jahre internationale Referenzzinssätze wie den Libor zu ihren Gunsten beeinflusst haben. Der einmal täglich in London ermittelte Libor zeigt an, zu welchen Konditionen sich Banken untereinander Geld leihen. Der Zinssatz beruht auf den – von außen bislang kaum nachprüfbaren – Angaben der Institute. Die Ermittler vermuten, dass die Banken vor allem auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008 zu niedrige Angaben gemacht haben, um ihre tatsächlichen Refinanzierungskosten zu verschleiern und Handelsgewinne einzustreichen.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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  • Welche Rolle spielte die BaFin oder hat die BaFin diese wichtige Marktindikation nie geprüft?

    Wie weit ist es mit der Qualifikation der BaFin-Bediensteten bestellt?

    Die BaFin ist dem Bundesfinanzminister unterstellt. Was sagt er zur Bankenaufsicht?

    Als Innenminister war Schäuble zwar zuständig, wie er aber im Untersuchungsausschuss zur NSU-Affaire erklärte, aber nicht verantwortlich.

    Als heutiger Bundesfinanzminister ist er auch für die BaFin, die Finanzmarktaufsicht zuständig, die Frage ist nur, ob er auch verantwortlich ist.

    Wie lange können wir uns den Luxus noch erlauben, uns auf "Amtsträger" zu verlassen, die die Kompetenz/Zuständigkeit einfordern, die Verantwortung jedoch ablehnen.

    Wir brauchen Personen, die die Verantwortung übernehmen und diese Personen müssen wir auch mit dem Vertrauen, den entsprechenden Zuständigkeiten/Kompetenzen ausstatten.

  • Es geht hier um Schäden in Billionen, nicht in Milliarden oder Millionenhöhe. Eigentlich müssten diese Banken gleich alle dichtgemacht werden. So kommen sie mit einem Klaps auf den Hintern wieder davon. Sie hatten sich halte einfach dummerweise erwischen lassen. Das ist aber nur die Spitze des Eisberges. Vieles andere ist ebenfalls manipuliert. Zum Beispiel Gold- und Silberpreis. Und vermutlich bei vielen anderen Rohstoffpreisen auch. Die Schäden, die die Bankster angerichtet haben und noch anrichten, sind bedeutend höher. Nur hat das vom dummen Steuerzahler noch kaum jemand erkannt.

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