Medienbericht
Schweizer UBS als Großaktionär bei der Coba?

Die in der Finanzkrise teilverstaatlichte Commerzbank soll wieder ganz in private Hände. Finanzminister Schäuble soll hinter den Kulissen nach Interessenten suchen. Der Name UBS fällt dabei immer häufiger.
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BerlinKurz vor der Bundestagswahl sucht Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) einem Magazinbericht zufolge einen Käufer für die restlichen Staatsanteile an der Commerzbank. Schäuble habe bereits bei der Schweizer Großbank UBS ein mögliches Interesse an der Übernahme der zweitgrößten deutschen Bank sondiert, berichtete das Magazin "Focus" am Samstag vorab ohne Quellenangabe. Schäuble habe dazu mit dem früheren Bundesbank-Chef Axel Weber gesprochen, der dem UBS-Verwaltungsrat vorsteht. Der Anteil des Bankenrettungsfonds SoFFin von gut 17 Prozent an der Commerzbank ist an der Börse derzeit rund 1,2 Milliarden Euro wert, die ganze Bank 6,8 Milliarden.

Ein Sprecher des Finanzministeriums in Berlin erklärte am Samstag lediglich, es sei stets das Ziel der Bundesregierung gewesen, die im Zuge der Finanzmarktkrise gewährten Stabilisierungsmaßnahmen zeitlich so eng wie möglich zu begrenzen. "Wann jedoch der verbliebene Aktienanteil des SoFFin an der Commerzbank veräußert wird, ist derzeit nicht absehbar", sagte er. Die Commerzbank und die UBS lehnten eine Stellungnahme ab.

Der Staat hatte die Commerzbank vor gut vier Jahren mit 18,2 Milliarden Euro gerettet. 16,4 Milliarden davon entfielen auf Stille Einlagen, die die Commerzbank inzwischen vollständig zurückgezahlt hat. Zudem übernahm der SoFFin für 1,8 Milliarden Euro 25 Prozent an der Bank. Die SoFFin-Beteiligung ist inzwischen im Zuge der jüngsten milliardenschweren Kapitalerhöhung der Commerzbank auf rund 17 Prozent gesunken, die Sperrminorität des Staates ist damit gefallen. Sollte der Bund seine Beteiligung in einem Schritt verkaufen wollen, wäre es Analysten zufolge sinnvoller gewesen, den Anteil nicht verwässern zu lassen. Denn beim Verkauf einer Sperrminorität lässt sich in der Regel ein höherer Preis erzielen als bei der Veräußerung eines kleineren Anteils.

Die Commerzbank fährt derzeit einen radikalen Sanierungskurs und streicht bis 2016 rund 5.200 Stellen. Der unter Erfolgsdruck stehende Vorstandschef Martin Blessing will die Bank auf Privatkunden und den Mittelstand ausrichten. Weniger lukrative Randbereiche und Altlasten stößt er ab. Der Markt wartet noch auf durchschlagende Erfolgsmeldungen: Die Ratingagentur Moody's geht beispielsweise davon aus, dass der Umbau der Commerzbank frühestens 2015 Früchte tragen wird. Zahlreiche Investoren haben die Anteilsscheine aus ihren Depots geworfen - Anfang Juli fiel die Aktie auf ein Rekordtief von 5,56 Euro, am Freitag ging sie bei 5,96 Euro aus dem Handel. Damit der Bund seine Anteile ohne Verluste verkaufen könnte, müsste der Kurs auf mehr als 30 Euro steigen.

Auch die UBS kämpft mit Problemen. Erst am Freitag durchsuchten Fahnder Büros der deutschen Töchter wegen Ermittlungen gegen UBS-Kunden im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung. Zudem verfolgen auch die Schweizer einen rigiden Sparkurs. Bis 2015 sollen die Kosten um 5,4 Milliarden Franken gesenkt werden. Das Investmentbanking wird nach mehreren Handelsskandalen drastisch verkleinert, 10.000 Arbeitsplätze werden gestrichen. Im vergangenen Jahr brockten der Skandal um die Manipulation des Referenzzinses Libor und die Kosten für den Stellenabbau der UBS 2012 dem Institut einen Verlust von 2,5 Milliarden Franken (zwei Milliarden Euro) ein.

In Europa stehen derzeit viele Banken zum Verkauf. Wegen der verschärften Kapitalvorschriften nach Basel III müssen Banken jedoch ihre Risiken reduzieren und ihre Kapitalpolster aufstocken. Die Übernahme von Konkurrenten ist daher für viele Geldhäuser unattraktiv - zumal Beteiligungen an Banken nach Basel III mit hohen Eigenkapitalauflagen belegt sind.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wer den Artikel noch nicht einmal aufmerksam liest, kann sich dies an den Fingern einer Hand zusammenrechnen... und der Betrag ist bei Weitem nicht so hoch, wie der populistische Pöbel annimmt...

  • Enttäuschter Anleger mit Verlusten....! Tja, ja, an der Börse gibt es den alten Spruch: "Gier frisst Hirn." Kurz gesagt, wer aus finanzieller Gier ohne Fachwissen in Aktien investiert, kann sich bei seinen Verlusten nicht über das Unternehmen beschweren oder die Politik um Hilfe oder Regelung bemühen, denn die Schuld liegt ganz allein bei einem selbst. Ach ja: Ich beobachte und handle die Commerzbank-Aktie seit 4 Jahren und habe noch keinen Cent Verlust gemacht (grins).

  • Es würde mich schon interessieren, was uns Steuerzahler dieser "Coup" des Herrn Schäuble kostet.

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