Medienbericht
Spanische Krisenbank Bankia streicht 5000 Stellen

Die verstaatlichte spanische Krisenbank Bankia entlässt 5000 Mitarbeiter. Das Unternehmen folgt damit einer Vorschrift der Brüsseler Behörden. Die Gewerkschaft ist überrascht und hat bereits Maßnahmen angekündigt.
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MadridLaut der spanischen Wirtschaftszeitung "Expansión" streicht die spanische Bank Bankia 5000 Stellen. Das Geldinstitut kommt damit einer Vorgabe aus Brüssel nach, nach der Bankia seine Belegschaft um 28 Prozent reduzieren soll - das entspricht insgesamt 6000 Stellen.

Die Mitarbeiter, die entlassen werden sollen, erhalten einen Abfindung von 22 Tageslöhnen pro Arbeitsjahr - maximal 14 Monatslöhne, sagte Personalchef Juan Chozas.

Die Gewerkschaften sind erbost, sie hatten nicht mit einer solchen Massenentlassung gerechnet. Laut "Expansión" bereiten sie für Freitag eine Versammlung vor dem Hauptsitz der Bank in Madrid vor.

Zuvor hatte Bankia-Chef José Ignacio Goirigolzarri nach einer Preisverleihung gesagt, dass er zwar noch nicht eine genaue Ziffer nennen kann, wie hoch die Entlassungen werden, aber bereits versprochen dass es "weniger als 6000" sind.

Außerdem habe der Bankia-Vorstand den Arbeitnehmervertretern ihr Vorhaben mitgeteilt, dass die Bankmitarbeiter mit einer durchschnittlichen Gehaltskürzung von 40 Prozent rechnen müssen.

"Der Vorschlag ist ungerecht, unangemessen und obszön", zitiert "Expansión" einen Gewerkschaftler.

Bankia wurde im Mai verstaatlicht. Die Bank war im Jahr 2010 durch die Fusion von mehreren angeschlagenen spanischen Geldinstituten entstanden.

Bis zum Jahresende wird Bankia noch 13,5 Milliarden Euro aus dem spanischen Bankenrettungsfond Frob erhalten, 4,5 Milliarden hatte das Unternehmen bereits im September erhalten.

Bankia will bereits im nächsten Jahr wieder profitabel sein.

 
Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin

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