Mehr Geld Versicherungsbranche fädelt Tarifabschluss ein

Gewerkschafts- und Arbeitgebervertreter der Versicherungsbranche haben sich auf einen neuen Tarifabschluss verständigt. Wie das Handelsblatt aus Verhandlungskreisen erfuhr, sollen die gut 200 000 Beschäftigten vom 1. April 2010 an 2,5 Prozent mehr Gehalt bekommen. Hilfskräfte und Ungelernte erhalten sogar fünf Prozent mehr. Bereits im November gibt es 250 Euro extra als Einmalzahlung.

BERLIN/FRANKFURT. Ein entsprechendes Verhandlungsergebnis solle die Tarifkommission der Gewerkschaft Verdi am Freitag beschließen, hieß es. Der neue Vertrag soll bis 31. März 2011 laufen. Im Gegenzug für die Tariferhöhungen sehe die Vereinbarung vor, dass Verdi bei betriebsbedingten Kündigungen auf Widerstand per Streik verzichtet.

Der geplante Vertragsschluss ist schon deshalb bemerkenswert, weil er mehrere Monate vor Ablauf des alten Tarifvertrags zustande kommen soll: Der Tarifabschluss von November 2007 gilt noch bis Ende September, üblicherweise finden neue Verhandlungen erst zum Ende der Laufzeit statt. Aus Furcht vor einem weiteren Einbrechen der Wirtschaft durch die Finanzkrise habe sich die Arbeitnehmerseite jedoch zu dieser ungewöhnlichen Vorab-Verabredung mit den Arbeitgebervertretern durchgerungen, hieß es aus Finanzkreisen. Damit findet diesmal auch der ansonsten in der Tarifpolitik übliche öffentliche Verhandlungspoker zwischen Arbeitgeberverband und Gewerkschaft nicht statt.

Verdi-Verhandlungsführer Uwe Foullong wollte sich auf Anfrage des Handelsblatts am Donnerstag nicht zu den Tarifgesprächen äußern. Der in München ansässige Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen war wegen eines Feiertags in Süddeutschland nicht zu erreichen.

Die geplante Tariferhöhung von 2,5 Prozent würde praktisch auf einer Linie mit dem jüngsten Tarifabschluss im Bankgewerbe liegen. Dort waren die Verhandlungen im Herbst von der Finanzmarktkrise überrollt worden. Nach längerer Funkstille hatte Verdi dann im April eine von den Banken seit November bereits freiwillig gezahlte Erhöhung um 2,5 Prozent nachträglich per Tarifvertrag fixiert. Zunächst hatte Verdi im Bankgewerbe acht Prozent mehr Geld verlangt.

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