Mehrere Interessenten sondieren Gebote für BHW und AHBR Postbank-Offerte zieht Nachahmer an

Im Übernahmepoker um die Bausparkasse BHW und die Immobilienbank Allgemeine Hypothekenbank Rheinboden (AHBR) mischen immer mehr Institute mit. Nachdem die Postbank und der amerikanische Finanzinvestor Cerberus als Bieterkonsortium die Übernahme von BHW und AHBR im Paket angeboten haben, zeigen nun auch die französischen Banken BNP Paribas und Société Générale sowie die britische Royal Bank of Scotland und die Commerzbank Interesse.

mm/rob/sia FRANKFURT. Allerdings sei von den möglichen Käufern noch keine Entscheidung für ein Gebot gefällt worden, hieß es in Finanzkreisen. Keine der Banken wollte die Informationen kommentieren. Nur die Commerzbank bestätigt generell „Interesse für Zukäufe im Privatkundengeschäft“.

Sollte es aus dem erweiterten Interessentenkreis eine Gegenofferte geben, dann wird diese nach der Einschätzung aus Finanzkreisen voraussichtlich dem Muster der Postbank-Cerberus-Offerte folgen. Hierbei will die Postbank die BHW, der Finanzinvestor die AHBR übernehmen. Mit dieser Paketlösung hat die Postbank unter den anderen Interessenten für Aufregung gesorgt. Denn bisher waren Interessenten von der Auflage der BHW-Eignerin, der Gewerkschaftsholding BGAG, abgeschreckt worden, die BHW nur im Paket mit der angeschlagenen AHBR verkaufen zu wollen, wenn sich kein Käufer für die Hypothekenbank alleine findet. Auch Postbank-Chef Wulf von Schimmelmann hatte immer wieder betont, das Risiko AHBR nicht in die eigenen Bücher nehmen zu wollen, und fand durch die Paketlösung mit Cerberus als erster eine Lösung für sein Problem. Für die anderen Interessenten stünden als potenzielle Partner und AHBR-Käufer die US-Investoren George Soros und John Flowers bereit, die sich für die AHBR interessieren, heißt es in Finanzkreisen.

Analysten räumen allerdings einer Gegenofferte der Commerzbank wenig Chancen ein. Thomas Rothäusler von Oppenheim Research hält den Postbank-Deal für wahrscheinlicher. Denn die Postbank habe ein strategisches Interesse an der BHW und sei daher bereit, einen höheren Übernahmepreis zu bezahlen. Die Commerzbank dagegen interessiere sich lediglich für die 3,6 Millionen Kunden der BHW. Auch wenn eine BHW-Übernahme für die Commerzbank strategisch sinnvoll wäre, passe sie nicht zu ihrer Ankündigung, lediglich kleinere Käufe bis zu einer Milliarde Euro anzustreben. Die BHW Holding ist dem Analysten zufolge ohne AHBR rund zwei Milliarden Euro wert. Hinzu kommt, dass die Postbank bereits zu 9,2 Prozent an der BHW beteiligt ist und damit einen Fuß in der Tür hat.

Entsprechend hat das Interesse der Commerzbank an der BHW den Informationen zufolge keineswegs höchste Priorität. Die Commerzbank liebäugelt neben der BHW noch mit dem Deutschlandgeschäft der Hypo-Vereinsbank, das zurzeit allerdings nicht zum Verkauf steht sowie mit dem 25-Prozent-Staatsanteil des Landes Nordrhein-Westfalen an der WestLB, der ebenfalls noch nicht auf dem Markt ist. In keinem dieser Fälle hat das Interesse bisher zu einer Offerte geführt.

Auch die Royal Bank of Scotland wird in Finanzkreisen zwar als Interessent gehandelt, ist aber zurzeit intern mit der Übernahme des US-Kreditinstituts Charter One beschäftigt und hatte sich eine Phase organischen Wachstums verordnet.

Analysten warnen, dass die neuen Informationen über weitere Interessenten und mögliche Gegenofferten die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaftsholding BGAG sowie der Postbank und Cerberus beeinflussen und den Übernahmepreis steigern könnten. Erfahrungsgemäß bleibt daher für die Bewertung abzuwarten, wie viele Offerten dem Interesse tatsächlich entwachsen.

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