Michael J. Bresnick
Harte Aufsicht über die Deutsche Bank

Die Deutsche Bank muss US-Kunden mit 4,1 Milliarden Dollar entschädigen. Überwacht wird das von Präsident Obamas Chefaufklärer in der Finanzkrise. Im Unterschied zu früheren Fällen könnte er die Bank hart herannehmen.
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DüsseldorfIn den Doppeltürmen in Frankfurt atmen Top-Banker heute auf: Die Deutsche Bank und das US-Justizministerium haben sich geeinigt. Wegen ihrer Verfehlungen in der Finanzkrise zahlt die Bank binnen 15 Tagen auf Aufforderung 3,1 Milliarden US-Dollar Strafe an das US-Justizministerium. Weitere 4,1 Milliarden Dollar gehen als Entschädigung an Verbraucher und Gemeinden, frühere Kunden der Bank.

Deutungsspielraum lässt die jetzt veröffentlichte Faktensammlung der US-Ermittler nicht: Die Bank trug demnach durch eine „enorme Breite an illegalen Aktivitäten“ aktiv zur Finanzkrise bei. Jeder, „der halbwegs lebendig war“, bekam zwischen 2005 und 2007 einen Hauskredit. Diese toxischen Kredite mit hoher Ausfallwahrscheinlichkeit verkaufte die Bank anschließend an gutgläubige Kunden weiter – und machte Kasse.

Verglichen mit anderen US-Großbanken ist die Deutsche Bank mit der 3,1-Milliarden-Dollar-Strafe nicht gerade glimpflich davongekommen. Teuer könnte die Bank auch der zweite Bestandteil der Einigung kommen, die 4,1 Milliarden Dollar an Kundenentschädigungen. Das Geld soll hochverschuldete US-Immobilienbesitzer sowie geschädigte Gemeinden entlasten. Ihnen wird nicht direkt Geld überwiesen, vielmehr erhalten Eigentümer, die oftmals Hauskredite unabhängig vom Einkommen erhielten, günstigere Kreditbedingungen. Die Bank soll zum Beispiel Kreditraten erlassen, Kreditsummen oder -zinsen reduzieren, bei der Suche nach neuen Kreditgebern helfen und finanzielle Hilfen für den Bau günstiger Wohnungen bereitstellen.

Während die Strafzahlung an die US-Regierung das Ergebnis des vierten Quartals 2016 empfindlich belasten wird, hoffen Beobachter, dass die Kundenentschädigungen die Bank weniger kosten könnten als gedacht. Den US-amerikanischen Konkurrenten Goldman Sachs sollen die „Erleichterungen für Verbraucher“ bei einer ähnlichen Einigung höchstens 20 Cent je Dollar gekostet haben – ein Fünftel der ausgewiesenen Summe.

Zentrale Figur ist stets der Aufseher, den die US-Regierung für die Abwicklung der Kundenentschädigung vorsieht. Im Goldman-Fall wurde Eric D. Green berufen. Der Harvard-Professor gilt als Gründervater des US-amerikanischen Systems der „Alternative Dispute Resolution“, der Streitschlichtung als Alternative zu einem Gerichtsverfahren. Als erfahrener Mediator hat er das Wohl beider Seiten im Blick – und betreut neben dem Goldman-Fall auch Einigungen mit den US-Instituten Bank of America und Morgan Stanley. Ein Finanzfachmann ist Green nicht.

Professor Green wäre aus Sicht der Deutschen Bank der ideale Mann für die Überwachung der Kundenentschädigung gewesen. Doch die US-Regierung hat diesmal einen anderen Chef-Aufseher ernannt: Michael J. Bresnick. Mit ihm dürfte die Deutsche Bank nicht so glimpflich davonkommen. Bresnick kommt nicht aus der Mediation – er ist ein erfahrener Jurist aus Washington und hat sich einen Ruf als beinharter Kämpfer gegen Finanzverbrechen erarbeitet.

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  • Das geschieht der Deutschen Bank ganz recht. Bis heute warte ich darauf, dass ein verantwortlicher Manager zu einer Gefängnisstrafe wegen Betrugs oder Bildung einer kriminellen Vereinigung verurteilt wird. Bei kleinen Firmen oder im Privatbereich wäre dies schon lange passiert.

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