Milliardär Ex-Lehman-CEO und Blackstone-Gründer Peter Peterson ist tot

Er reformierte Lehman Brothers und verdiente mit dem Blackstone-Börsengang knapp zwei Milliarden Dollar. Im Alter von 91 Jahren ist Peterson gestorben.
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Michael Bloomberg bezeichnete Peterson als „großartigen Freund, den ich zutiefst bewundert habe“. Quelle: Reuters
„Pete“ Peterson

Michael Bloomberg bezeichnete Peterson als „großartigen Freund, den ich zutiefst bewundert habe“.

(Foto: Reuters)

New YorkDer Milliardär Peter G. Peterson ist tot. Seine Familie teilte am Dienstag mit, er sei im Alter von 91 Jahren auf natürliche Weise in seinem Haus in New York gestorben. Peterson ist dafür bekannt, auf die Staatsverschuldung der USA aufmerksam gemacht zu haben. Außerdem war er Geschäftsführer der Investmentbank Lehman Brothers und Mitgründer der Private-Equity-Firma Blackstone, die ihn zum Milliardär machte.

1972 wurde der Sohn griechischer Immigranten als Handelsminister ins Kabinett des damaligen US-Präsidenten Richard Nixon berufen, gehörte diesem jedoch nur knapp ein Jahr an. Danach wechselte er als stellvertretender Vorsitzender zur Lehman Gruppe und kümmerte sich dort ums Investmentbanking.

Peterson sagte damals, Lehman verdiene seinen Ruf als „Ellenbogengesellschaft, in der Händler und Investmentbanker sich gegenseitig voller Argwohn beäugten“. Innerhalb von zwei Monaten stieg er zum CEO auf und stieß eine grundlegende Restrukturierung an, in deren Zuge er Mitarbeiter entließ, die Firma auf ihr Kerngeschäft reduzierte und eine Kapitalerhöhung veranlasste.

Mit Erfolg: 1975 titelte die „Business Week“: „Lehman Brothers kehrt vom Rande des Abgrunds zurück“. Die Zeitung schrieb, Lehman sei unter Peterson eine „glücklichere sowie profitablere Institution“ geworden. „Ich habe nie zuvor in meinem Leben so hart gearbeitet, um eine Institution zu retten“, sagte Peterson 2009 in einem Interview mit dem amerikanischen TV-Sender PBS.

1983 stimmte Peterson zu, seinen CEO-Titel mit dem bisherigen Vertriebsvorstand Lewis Glucksman zu teilen. Als dieser kurz darauf einen Streit vom Zaun brach, um den Posten für sich zu gewinnen, entschied sich Peterson, zu gehen, statt zu kämpfen.

Glucksman, der 2006 starb, sagte zu Buchautor Auletta: „Pete war ein Typ, der total besessen davon war, dass die Welt den Namen Pete Peterson hört.“ In seinem Buch „Greed and Glory on Wall Street: The Fall of the House of Lehman“ schrieb Auletta jedoch: „Peterson glaubte zu recht, er sei es gewesen, der den strategischen Rahmen für den Erfolg der Firma aufgebaut habe und der Glucksman steuerte - eine Meinung, die viele Partner teilen.“

1985 gründete Peterson gemeinsam mit seinem ehemaligen Lehman-Kollegen Stephen Schwarzman die Privat-Equity-Firma Blackstone. „Ich hatte ein paar Millionen Dollar - aber das ist alles“, sagte er dem Sender PBS. „Wie hätte ich ahnen können, dass das kleine Blackstone mit seinen vier Leuten, sich in das entwickeln würde, was es heute ist?“

Blackstone stieg rasch zu einer führenden Firma im Bereich Fusionen und Übernahmen (M&A) auf. Gemeinsam mit Schwarzman sammelte er 840 Millionen Dollar für einen Private-Equity Fonds ein - Blackstone Capital Partners.

Die Investment-Gruppe für Festverzinsungen, die sie gründeten, wurde 1994 von dem Finanzdienstleister PNC gekauft und gehört heute zu Blackrock, dem größten Vermögensverwalter der Welt. Der Börsengang von Blackstone 2007 brachte Peterson 1,85 Milliarden US-Dollar vor Steuern ein.

Er ging Ende 2008 in den Ruhestand und steckte einen Großteil seines Geldes in die Peter G. Peterson Foundation, die sich für die Reduzierung von Haushaltsdefiziten, die Drosselung staatlicher Sozialprogramme und eine Verringerung der Abhängigkeit von Öl einsetzt. „Wenn es um die langfristige finanzpolitische und ökonomische Zukunft geht, schweigen amerikanische Führungspersönlichkeiten – sowohl zu innerstaatlichen Herausforderungen als auch zu globalen Problemen“, schrieb er 2004 in seinem Buch „Running on Empty“.

Schwarzman bezeichnete Peterson am vergangenen Dienstag als „großartigen Partner“. Er sagte: „Blackstone war sein ganzer Stolz und seine große Freude“. Bloomberg-Gründer Michael Bloomberg bezeichnete Peterson als „einen der großen Patrioten und Philanthropen unserer Zeit“. Er sei „ein großartiger Freund“ gewesen, „den ich zutiefst bewundert habe“.

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