Milliarden-Akquisition: Japanische Großbank will Leasinggeschäft der RBS kaufen

Milliarden-Akquisition
Japanische Großbank will Leasinggeschäft der RBS kaufen

Die japanische Großbank Sumitomo Mitsui Financial Group (SMFG) steht vor einer Milliarden-Akquisition. Sie wäre die größte Übernahme in Europa durch eine japanische Bank seit Beginn der Euro-Krise.
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Tokio/DubaiDie japanische Großbank Sumitomo Mitsui Financial Group (SMFG) will das Flugzeug-Leasinggeschäft der Royal Bank of Scotland (RBS) kaufen. Das berichteten japanische Medien am Dienstag. Der Deal habe ein Volumen von schätzungsweise 7,2 Milliarden Dollar.

Es wäre die größte Übernahme in Europa durch eine japanische Bank seit Beginn der Euro-Krise. Das Geschäft werde voraussichtlich im Frühjahr in trockenen Tüchern sein, hieß es. Damit katapultiere sich die SMFG in Kooperation mit dem Handelshaus Sumitomo Corp zur Nummer 4 im weltweiten Flugzeug-Leasinggeschäft, berichtete die japanische Wirtschaftszeitung „Nikkei“. Derzeit rangierten die Japaner etwa auf Platz 15.

An dem Deal ist auch die Sumitomo Mitsui Finance beteiligt. Die eigene Flotte würden die Japaner mit der Übernahme des Leasinggeschäfts der RBS von rund 90 auf 340 Maschinen aufstocken.

Die Bank RBS hatte im Zuge der Finanzkrise von 2008 eine Kapitalspritze der britischen Regierung erhalten und trennt sich seither von Geschäftsbereichen, die nicht zum Kerngeschäft gehören.

So gab die Bank bekannt, dass sie sich von ihrer Fusionsberatung im Nahen Osten verabschiedet. Es gebe Gespräche über einen Verkauf der Sparte Mergers & Acquisitions (M&A) in der Region, sagte der zuständige Bank-Manager Simon Penney am Montag. Kreisen zufolge haben bis zu fünf Interessenten ein Auge auf den RBS-Bereich für Fusionen und Übernahmen geworfen.

Das Geschäft könnte in den kommenden Monaten abgeschlossen werden, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Dazu lehnte RBS-Manager Penney eine Stellungnahme ab. Der geplante Verkauf gehört zum größeren Konzernumbau, mit dem das teilverstaatlichte Institut unter dem Druck der britischen Regierung seine Schlankheitskur vorantreiben will.

In der vergangenen Woche hatte die RBS angekündigt, sich von großen Teilen ihres Investmentbankings zu trennen. Von der einstigen Vorzeigesparte der RBS soll demnach nur das Geschäft mit festverzinslichen Papieren und Devisen bleiben. Neben der Beratung bei Fusionen und Übernahmen soll auch der Aktienhandel, das Geschäft mit Börsengängen und Kapitalerhöhungen sowie die Betreuung von börsennotierten Unternehmen aufgegeben oder verkauft werden.

Dieser Ausstieg ist Teil eines Drei-Jahres-Plans, mit dem die RBS ihre Risiken reduzieren und sich mehr auf das heimische Privat- und Firmenkundengeschäft konzentrieren soll.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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