Milliarden-Deal
Unicredit darf Fondstochter Pioneer verkaufen

Einem Medienbericht zufolge darf die Großbank Unicredit ihre Tochter nach Frankreich verkaufen. Das könnte dem angeschlagenen Institut neues Kapital bringen. Doch die Probleme der Bank löst es nicht.
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FrankfurtDie italienische Großbank Unicredit steht einem Medienbericht zufolge kurz vor dem Abschluss eines milliardenschweren Spartenverkaufs. Nach Informationen der „Financial Times“ dürfte der französische Vermögensverwalter Amundi den Zuschlag für Unicredits Fondstochter Pioneer erhalten. Der Preis werde bei mehr als drei Milliarden Euro liegen, schrieb die Zeitung am Sonntagabend unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Der börsennotierte Vermögensverwalter Amundi, der mehrheitlich der Großbank Credit Agricole gehört, hatte bereits im Oktober sein Interesse erklärt. Es waren jedoch noch weitere Bieter im Rennen.

Unicredit kann mit den Einnahmen die Finanzlage verbessern. Die Mutter der Hypovereinsbank steht wegen fauler Kredite unter erheblichem Druck. Der seit Mitte Juli amtierende Vorstandschef Jean-Pierre Mustier hat der Verbesserung der dünnen Kapitalpuffer oberste Priorität eingeräumt. So verkaufte er bereits Anteile an der Onlinebank Fineco und dem polnischen Kreditinstitut Pekao. Der Konzern bereitet auch eine Kapitalerhöhung von bis zu 13 Milliarden Euro vor. Auf dem Kapitalmarkttag am 13. Dezember werden Details dazu erwartet.

Der „Financial Times“ zufolge will Unicredit überdies ein 50 Milliarden Euro schweres Portfolio von Problemkrediten abspalten und Teile davon verkaufen. Die Zeitung nannte als Bieter die Finanzgesellschaften Fortress, Cerberus und Pimco.

Inwiefern der Unicredit die Aufnahme von frischem Geld gelingt, hängt auch vom Verfassungsreferendum in Italien ab. Die gesamte Bankenbranche im Land sitzt auf einem großen Berg fauler Kredite.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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